Winterhilfe, aber richtig

11. November 2001, 17:48
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Wer Eichhörnchen und Co. kulinarisch unterstützen will, sollte dabei Grundsätzliches beachten

Die Futterhäuschen im Baumarkt sind hübsch gestaltet, richtig heimelig - und doch längst nicht immer empfehlenswert. Nur bei Futterhäuschen mit Silo ist garantiert, dass das Futter nicht verschmutzt - alle Modelle, bei denen die Vögel gewissermaßen "mitten im Futter sitzen" können, sind abzulehnen.

Keime vermeiden

Weil nicht nur über die Vogelfüße, sondern selbstverständlich auch über den Vogelkot - um ihr Fluggewicht und damit ihren Energieverbrauch möglichst gering zu halten, entleeren sich Vögel ununterbrochen - gefährliche Keime ins Futter gelangen können.

Ein einziger Keimträger kann an der "frei zugänglichen" Futterstelle eine Epidemie auslösen. Um solche Krankheitsübertragungen zu vermeiden, muss selbstverständlich auch der Platz unterhalb der Futterstelle, der stets mit herabfallendem Futter bedeckt ist, regelmäßig gesäubert werden. Auch auf die Qualität des Futters sollte geachtet werden: Es darf nicht muffig riechen oder verstaubt sein. Und nährstoffreich ist nur "Originalverpacktes": Nüsse und Sonnenblumenkerne sollten nur ungeschält verfüttert werden - auch wenn Vögel und Eichkätzchen gern "Offenes" futtern.

Als Futter ungeeignet sind selbstverständlich Speisereste - sie sind ja in der Regel gewürzt, der Salzgehalt erhöht den Wasserbedarf der Tiere, was gerade bei starkem Frost zu Problemen führen kann. Denn im Winter herrscht ja nicht nur Nahrungs-, sondern bei niederen Temperaturen unter Umständen auch Wassermangel. Eine stets gut gesäuberte Tränke auf Balkon, Terrasse oder im Garten ist da gegebenenfalls eine größere Hilfe als Futter. Auch wasserhältiges Futter, etwa Nudeln, kann problematisch sein, da es friert. Weichfressern, wie Amseln, biete man am besten Getreideflocken, auch Rosinen - ungeschwefelt! - sind beliebt. Und gerade für Amseln, aber auch für Eichelhäher und Co., ist Obst empfehlenswert. Äpfel werden am besten aufgespießt, dann kann sich das Federvieh kräftig betätigen. Und selbstverständlich müssen Futterstellen so gelegen sein, dass sie für Fressfeinde - und Hauskatzen! - nicht zugänglich sind. Sonst werden die pelzigen und gefiederten Wintergäste am Ende nicht ge-, sondern verfüttert. (DER STANDARD-ALBUM, Print-Ausgabe, 10./11. 11. 2001)

Von Andrea Dee
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