UNESCO-Gala für Kinder in Afghanistan

11. November 2001, 15:44
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Schah-Witwe ruft zur Unterstützung auf

Neuss - Mit einem Hilfsappell für die Kinder in Afghanistan hat die ehemalige Kaiserin von Persien, Farah Pahlavi, die prominenten Gäste einer UNESCO-Gala in Neuss zur Unterstützung aufgerufen. Viele illustre Gäste waren am Samstagabend auf Einladung von UNESCO-Sonderbotschafterin Ute Ohoven zur Benefiz-Gala "Kinder in Not" ins Rheinland gekommen.

Appell

Farah Pahlavi mahnte als Schirmherrin, die Opfer des derzeit in Afghanistan tobenden Krieges nicht zu vergessen. Millionen Flüchtlingskinder seien verloren, wenn ihnen nicht geholfen werde, sagte sie vor rund 1.400 Gästen. "Diese Kinder, die ihre Heimat und ihre Zukunft verloren haben, können auf keinen Tropfen Hilfsbereitschaft verzichten", sagte Ohoven.

Ohne Unterstützung seien diese jungen Menschen in größter Gefahr, den Lockrufen von Extremisten zu erliegen und zu Terroristen heranzuwachsen, betonte die 55-Jährige. Nach ihren Worten treiben Armut, Not und Unwissenheit Menschen zu Hass und Gewalt und lassen sie zu willenlosen Opfern extremistischer Rattenfänger werden.

Zahlen und Fakten

Weltweit sterben nach den Worten Ohovens täglich rund 40.000 Kinder in Folge von Hunger und Krankheit. Allein in einem von der Unesco betreuten Flüchtlingslager in Pakistan würden nach den Bombardements der Amerikaner 30.000 Kinder betreut. Darunter seien viele Mädchen, die nach dem Willen der herrschenden Taliban keine Schule besuchen dürften.

In den mobilen Schulen der Unesco erhielten diese Mädchen nun die Chance, dass sie ihr Leben später in die eigene Hand nehmen können, sagte Ohoven. "Kinder ohne Perspektive sind die potenziellen Terroristen von morgen. Wir müssen diesen Kindern eine Zukunft geben", forderte Ohoven.

Gleiche Summe wie für Speiseeis

Seit 1992 hat Ohoven nach eigenen Angaben mit ihren schillernden Gala-Veranstaltungen für hilfsbedürftige Kinder in der Welt rund 317 Millionen Schilling gesammelt. Rund 180 Hilfsprojekte in etwa 80 verschiedenen Ländern haben Gelder erhalten. Um auf der ganzen Welt Kindern eine Schulausbildung zu gewähren, seien jährlich etwa 49 Mill. S erforderlich, sagte sie. Die gleiche Summe werde in Europa pro Jahr für Speiseeis ausgegeben.

Prominenteste Gäste der Gala waren Franz Vranitzky und der aus Brasilien angereiste Bestsellerautor Paulo Coelho, der mit seinen Büchern "Der Alchimist" und "Der fünfte Berg" Weltruhm erlangt hat. Unter den Gästen waren neben dem Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, auch der Schauspieler Pierre Franckh, TV-Detektiv Klaus Theo Gärtner ("Ein Fall für Zwei"), Ex-Boxer Henry Maske, Tennis-Ass Gabriela Sabatini und Fernseh-Spaßvogel Rudi Carrell.

Für die musikalische Unterhaltung der Gäste sorgten die Sängerin Milva, Zucchero und Pop-Sänger Rick Astley. Boney M., die Scorpions und auch die Günter Noris Gala-Big-Band verzichteten ebenfalls zu Gunsten der Kinder der Welt auf ihre Gage. (APA/dpa)

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