NGO-Vertreter können katarischer Sicherheit "Straßentheater" abringen

11. November 2001, 14:56
posten

"Der Zugang war noch nie so schwer wie hier"

Doha - Am dritten Tag des WTO-Ministertreffens in Doha versuchten die wenigen zugelassenen NGO-Vertreter ihren Anliegen mit einem kurzen "Straßentheater" über den Gang der Verhandlungen mehr Gehör zu verschaffen. Die Botschaften deckten sich dabei mit den schon im Vorfeld geäußerten: "No new round", "Stop GATS, People before Patents", forderten die etwa 20 Aktivisten in ihrem Protest-Stück, das sie auf der zum Meer gelegenen Terrasse des Sheraton Hotel aufführten, in dem die Vertreter der WTO-Länder tagen.

Den Kameraleuten bot der Theater-Auftritt der NGOs - der französische Bauernaktivist Jose Bove trat in der Rolle von EU-Chefverhandler und Handelskommissar Pascal Lamy auf - eine willkommene Abwechslung im Konferenzalltag. Auf das Entrollen von Transparenten stehen nach NGO-Angaben in Katar normalerweise hohe Strafen, hier konnte ausnahmsweise ein Spruchband mit "Safer World - Greener Trade" hochgehalten werden. "Ich finde es wichtig, dass die NGO-Vertreter hier sind, auch wenn sie in bestimmten Punkten über das Ziel hinausschießen", so Bartenstein. Seiner Ansicht nach sollten die Nichtregierungsorganisationen künftig auch eine Stimme bei den WTO-Konferenzen haben.

"Der Zugang war noch nie so schwer wie hier", kritisiert die österreichische NGO-Vertreterin in der Delegation, die WWF-Mitarbeiterin Corinna Milborn. Von den insgesamt 600 Nichtregierungsvertretern in Katar kämen nur 200 von NGOs, sie haben in Fußnähe zum Tagungsort ein eigenes Zentrum. Allerdings konzediert auch Milborn gewisse Fortschritte in der Qualität der Zusammenarbeit. Zu dem im Hafen von Doha liegenden Greepeace-Schiff "Rainbow Warrior" werden "Ausflüge" organisiert, für Sonntagnachmittag wurde dort auch EU-Kommissar Lamy erwartet. (APA)

Share if you care.