Zunehmender "Transplantations- Tourismus"

11. November 2001, 14:52
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Immer mehr westliche Bürger erhalten Organe chinesischer Exekutionsopfer - Kopfschuss garantiert deren "Verwertbarkeit"

Washington - US-Bürger profitieren nach einem Bericht der "New York Times" von den Massenexekutionen in China: Zahlreiche Amerikaner ließen sich in chinesischen Kliniken Organe einsetzen, die Hingerichteten entnommen werden, berichtete die US-Tageszeitung am Sonntag. Die Nachbehandlung finde in den USA statt.

Durch diesen Transplantationstourismus kürzten vermögende Patienten Wartezeiten ab, die durch den Mangel an legalen Organspenden in den Vereinigten Staaten entstehen. Der "New York Times" zufolge wird zwar der Großteil der Organe von Hingerichteten chinesischen Patienten eingesetzt. Die Zahl ausländischer Patienten aus Südostasien, Japan und den USA nehme jedoch immer stärker zu.

Schuss in den Kopf

China betreibt seit acht Monaten eine Kampagne des "harten Durchgreifens" gegen mutmaßliche Kriminelle. Laut westlichen Diplomaten wurden seitdem mindestens 2.000 Menschen auch wegen kleinerer Vergehen hingerichtet. Die "New York Times" berichtete, bis zum Ende des Jahres sollten bis zu 5.000 Gefangene exekutiert werden.

Chinesische Dissidenten hatten bereits mehrfach über den Organhandel in chinesischen Gefängnissen berichtet. Demnach werden Todeskandidaten bereits vor der Hinrichtung untersucht, ob ihre Organe brauchbar sind. Anschließend würden sie durch einen Schuss in den Kopf getötet, so dass Lunge, Herz, Leber und Nieren unversehrt blieben. (APA)

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