Präsenz britischer Bodentruppen in Afghanistan bestätigt

11. November 2001, 15:57
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Verteidigungsminister: Britische Soldaten unterstützen Nordallianz

London - Großbritannien hat am Sonntag erstmals die Präsenz britischer Truppen auf dem Territorium Afghanistans bestätigt. Verteidigungsminister Geoff Hoon sagte der BBC: "Ich kann mit Sicherheit bestätigen, dass Vertreter der britischen Streitkräfte im Norden Afghanistans zur Verbindung und Unterstützung der Nordallianz eingesetzt sind." Angaben über die Anzahl der Soldaten oder ihre Truppenzugehörigkeit machte Hoon nicht.

Die USA hatten schon vor mehreren Wochen bestätigt, dass ihre Spezialkräfte in Afghanistan im Einsatz sind. Auch in Großbritannien wird seit langem darüber spekuliert, dass Mitglieder der britischen Eliteeinheit Special Air Services (SAS) neben US-Marines bereits in Afghanistan sind.

Hoon machte ferner deutlich, dass Großbritannien den weiteren Vormarsch der Nordallianz auf die afghanische Hauptstadt Kabul unterstützt. "Wir wollen, dass sie (die Nordallianz) in Richtung Kabul marschiert. Es war immer unsere Strategie, Druck auf das Taliban-Regime und Osama bin Laden auszuüben. Die Nordallianz spielt dabei eine wichtige Rolle", erklärte Hoon, ohne eine Einnahme Kabuls durch die Anti-Taliban-Kräfte zu befürworten. Entsprechend hatte sich am Samstag in New York US-Präsident George W. Bush geäußert. Die afghanische Hauptstadt müsse offen bleiben für alle politischen Kräfte, die an einer Stabilisierung der Lage mitwirken wollten.

In einer Fernseh-Talkshow hatte sich Hoon zuvor zu Berichten geäußert, wonach Bin Laden im Besitz nuklearer und chemischer Waffen sei. "Wir sind uns mit Sicherheit bewusst darüber, dass Bin Laden einige Materialien besitzt, die zum Bau einer Nuklearwaffe beitragen könnten", sagte Hoon. Die Londoner Regierung sei aber gegenwärtig nicht davon überzeugt, dass der Terroristenführer zur Herstellung von Nuklearwaffen in der Lage sei.

Ein Sprecher des britischen Außenministerium sagte zu den Berichten: "Wir wissen, dass er (Bin Laden) sich um diese Materialien und die notwendige Technologie bemüht. Aber wir glauben nicht, dass er sie schon hat." (APA)

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