Video soll Hinweise auf Schuld Bin Ladens geben

11. November 2001, 10:23
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"Wir töten ihre Unschuldigen und das ist religiös rechtens"

London/Kabul - Eine unter Anhängern von Osama bin Laden verteilte Videoaufzeichnung weist einem Pressebericht zufolge auf die Drahtzieherrolle des Extremisten bei den Anschlägen in den USA hin. Der "Sunday Telegraph" berichtete am Sonntag, Bin Laden habe darin den Anschlag auf das World Trade Center in New York gut geheißen und darüber gesagt: "Ja wir töten ihre Unschuldigen und das ist religiös rechtens und logisch."

Das Video sei Teil des Beweismaterials über die Verwicklung Bin Ladens, das die USA und Großbritannien am Mittwoch vorlegen würden. Einem Pressebericht zufolge drohte Bin Laden den USA mit dem Einsatz atomarer und chemischer Waffen. US-Geheimdienste sollen zwei Labore in Afghanistan entdeckt haben, die möglicherweise zur C-Waffenproduktion dienten.

"Legitime Ziele"

Die Video-Aufzeichnung mit Äußerungen Bin Ladens sei Ende Oktober in den Bergen Afghanistans aufgenommen worden, berichtete der "Sunday Telegraph". Das Band sei unter Anhängern der Al-Kaida-Organisation Bin Ladens verbreitet worden. Bin Laden habe in der Aufzeichnung die Zwillingstürme des World Trade Centers (WTC) als "legitime Ziele" der Terroristen bezeichnet. Die Flugzeug-Entführer, die die gekaperten Maschinen am 11. September mitsamt den unschuldigen Menschen an Bord in die Türme gesteuert und so den Tod Tausender verursachten, seien von "Allah gesegnet" gewesen.

Die vielen Anschlagsopfer im World-Trade-Center seien, da sie alle im Dienste der USA stünden und für deren wirtschaftlichen Ziele arbeiteten, auch keine "unschuldigen Zivilisten" gewesen, habe Bin Laden gesagt. Mit den Türmen des Trade Center in New York seien zugleich die "Türme der Moral" des Landes zum Einsturz gebracht worden, berichtete die Zeitung weiter.

Balance des Terrors

Bin Laden habe US-Präsident George W. Bush und den britischen Premier Tony Blair offenbar ebenfalls als legitime Ziele für die Terroristen beschrieben: "Bush und Blair verstehen nichts außer der Sprache der Gewalt. Immer wenn sie uns töten, töten wir sie. So kann die Balance des Terrors gehalten werden."

Bush hatte in seiner ersten Rede vor der UNO-Vollversammlung in New York am Samstag eindringlich an die Politiker in aller Welt appelliert, sich dem Kampf der USA gegen den internationalen Terrorismus anzuschließen. Die Terroristen, die versuchten, in den Besitz atomarer, chemischer und biologischer Waffen zu gelangen, seien eine Bedrohung für die gesamte zivilisierte Welt, sagte Bush.

(APA)

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