Berlusconis Aufruf: "Krieg gegen den Krieg"

10. November 2001, 20:05
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"Für 'Enduring Freedom' oder automatisch an der Seite der Terroristen"

Rom - Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi hat am Samstag bei seiner Rede zum Abschluss des von Demonstrationen und Gegendemonstrationen geprägten sogenannten "USA-Tag" in Rom den militärischen Einsatz italienischer Truppen an der Seite der Vereinigten Staaten in Afghanistan verteidigt: "Um den Frieden zu bringen, müssen wir den Krieg mit Krieg bekämpfen".

Für Berlusconi sei kein Kampf zwischen unterschiedlichen Zivilisationen, sondern ein "Krieg zwischen Zivilisation und Barbarei" im Gange. Wer keine Position für die Mission "Enduring Freedom" einnehme, sei automatisch an der Seite der Terroristen. "Wer die amerikanischen Fahnen verbrennt, soll wissen, dass diese Fahne die Seele eines Volkes repräsentiert", sagte Berlusconi.

Der Ministerpräsident forderte die italienischen Parteien auf, geschlossen Italiens Militäreinsatz an der Seite der USA zu unterstützen: "Nach dem, was am 11. September geschehen ist, muss man eingreifen. Daher hat eine große Koalition freier Völker beschlossen, den Krieg mit Krieg zu bekämpfen. Wir müssen die Terroristen besiegen, um zu vermeiden, dass sie die Kontrolle über andere Völker ergreifen, wie es bereits in Afghanistan geschehen ist, wo das Volk geknechtet und verarmt ist". Berlusconis Ansicht nach müsse man "einen neuen, universalen Patriotismus" sowie ein "Gefühl der Achtung der Grundrechte der Menschen" fördern.

Der Ministerpräsident bekundete "Stolz" über die italienischen Soldaten, die in den nächsten Wochen in Afghanistan eingesetzt werden. "Diese jungen Männer sind sich bewusst, dass sie die Werte der Freiheit verteidigen werden". (APA)

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