Chinas Aufnahme in Welthandelsorganisation weltweit begrüßt

11. November 2001, 17:01
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Auf Volksrepublik mit 1,3 Mrd. Menschen kommt gewaltiger Reformzwang zu

Doha - Nach 15-jährigen Verhandlungen hat die Welthandelsorganisation WTO am Wochenende der Aufnahme Chinas zugestimmt und damit den potenziell größten Absatzmarkt der Welt für den freien Handel geöffnet. Vertreter der EU, der USA und Chinas würdigten den Beitritt einhellig als "historischen Schritt". Die 142 WTO-Mitgliedsstaaten hatten am Samstag auf ihrer Ministerkonferenz im Golfemirat Katar einstimmig für den Beitritt der Volksrepublik, die mit 1,3 Mrd. Menschen als der wichtigste Wirtschaftsraum der Zukunft gilt, votiert. Für Sonntagabend wurde auch die Aufnahme Taiwans erwartet, das China als abtrünnige Provinz betrachtet. Bei ihren Verhandlungen über den Abbau von Handelsschranken erzielten die Mitgliedsstaaten zunächst keine Fortschritte.

Experten sehen nun einen gewaltigen Reformzwang auf die Industrie und die Landwirtschaft der kommunistischen Volksrepublik zukommen. Beide Bereiche gelten teils als veraltet und wenig konkurrenzfähig auf dem Weltmarkt. Als Vorbedingung für die WTO-Aufnahme hatte China schmerzhafte Zugeständnisse machen müssen. So verzichtete die Volksrepublik auf Subventionen für agrarische Exportgüter - eine Forderung, die etwa die EU für ihre Mitgliedsstaaten stets ablehnte. Der Beitritt Chinas wird erst gültig, wenn das chinesische Parlament ihn ratifiziert. Damit wird noch im laufenden Jahr gerechnet.

Wirtschaftsreformen vertiefen

Der Außenhandelsminister Chinas, Shi Guangsheng, versprach in Doha, sein Land werde sich an die Regeln der WTO halten. "Der Beitritt zeugt von Chinas Entschlossenheit, die Wirtschaftsreformen zu vertiefen und eine weitere Einbindung in die Weltwirtschaft zu erreichen", beteuerte der Wirtschaftsbeauftragte der chinesischen Sonderwirtschaftszone Hongkong, Chau Tak Hay. EU-Handelskommissar Pascal Lamy nannte den Beitritt eine "einzigartige Errungenschaft". (APA/Reuters)

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