Konkurrenz läuft gegen Staatshilfe für LTU Sturm

12. November 2001, 17:18
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Lufthansa will Beschwerde einreichen

Düsseldorf - Das Rettungspaket für den angeschlagenen Ferienflieger LTU ist wegen einer zugesagten Landesbürgschaft bei den Konkurrenten in die Kritik geraten. Ein Lufthansa-Sprecher kündigte am Montag in Frankfurt an, die Gesellschaft werde bei der EU-Kommission kurzfristig Beschwerde wegen unerlaubter Staatshilfen einreichen. LTU-Sprecher Marco Dadomo bezeichnete die Unterstützung der NRW-Landesregierung dagegen als zulässig. Es handle sich um eine Rettungs- und nicht um eine Subventionsbürgschaft.

Die LTU-Belegschaft zeigte sich erleichtert über das vereinbarte Maßnahmenpaket. Der Betriebsratsvorsitzende Rolf Wagner sprach von einem Durchatmen unter der gesamten Belegschaft. Erleichtert zeigte sich auch die Vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di. Rund 2300 Arbeitsplätze seien buchstäblich in letzter Minute gerettet worden, erklärte Bundesvorstandsmitglied Jan Kahlmann am Montag.

Investor gesucht

In den nächsten Jahren komme es darauf an, die Fluggesellschaft wieder in die schwarzen Zahlen zu bringen und einen Investor für die Anteile der Swissair zu finden, betonte Betriebsrat Wagner. Die Muttergesellschaft Swissair, die im November 1998 mit einem Anteil von 49,9 Prozent bei der Düsseldorfer Airline eingestiegen war, hatte durch ihren eigenen Konkurs die finanzielle Schieflage bei der LTU ausgelöst.

Wichtigster Teil des am Wochenende vereinbarten Maßnahmenbündels ist die Übernahme des LTU-Aktienpakets der Swissair durch die Stadtsparkasse Düsseldorf. Das Institut wird die Anteile treuhänderisch verwalten und einen dauerhaften Käufer suchen. Erst wenn ein solcher Investor gefunden ist, würde auch Liquidität in die Schweiz fließen.

Mit der zugesagten Landesbürgschaft in Höhe von rund 200 Mill. DM (102,3 Mill. Euro/1,41 Mrd. S) und zusätzlich frischem Eigenkapital durch die Rewe-Gruppe erhält die LTU kurzfristig außerdem die dringend benötigten finanziellen Mittel. Der Kölner Handelskonzern ist mit 40 Prozent an der LTU beteiligt. Mit der erzielten Lösung sei eine Grundlage zur langfristigen Sicherung des Unternehmens geschaffen worden, meinte ein Rewe-Sprecher in Köln. Jetzt könne man in Ruhe einen Investor suchen.

Gehaltsverzicht

Die LTU verfüge jetzt über einen finanziellen Rahmen, um ihren Geschäftsplan 2002-04 umsetzen zu können, sagte LTU-Sprecher Dadomo. Eine wichtige Voraussetzung zur Lösung der Krise hatten die LTU- Beschäftigten am Boden, in Kabine und Cockpit mit einem Gehaltsverzicht in einem Volumen von jährlich 50 Mill. DM geschaffen. (APA/dpa)

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