Musharraf fordert vor UNO Begrenzung der US-Angriffe

10. November 2001, 22:28
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... und für Pakistan F-16-Kampfjets als Lohn für Unterstützung im Anti-Terror-Kampf

New York - Der pakistanische Militärmachthaber Pervez Musharraf hat vor den Vereinten Nationen am Samstag erneut die Begrenzung des US-Militäreinsatzes in Afghanistan gefordert. Die Angriffe müssten "kurz und präzise" sein, sagte Musharraf in seiner Rede vor der UNO-Vollversammlung in New York. Im Kampf gegen die afghanische Taliban-Miliz gilt Pakistan als der wichtigste Verbündete der USA. Es ist das einzige Land, das noch diplomatische Beziehungen zu den Taliban unterhält.

Am Rande der Versammlung wollte Musharraf auch mit US-Präsident George W. Bush zusammentreffen. Es ist das erste Treffen der beiden Staatschefs seit den Terroranschlägen vom 11. September. Musharraf ging auch auf internationale Befürchtungen ein, wonach sich die El-Kaida-Organisation des mutmaßlichen Terroristenführers Osama bin Laden in Pakistan Atomwaffen beschaffen könnte. Das Atomwaffenarsenal Pakistans sei "in sicheren Händen" und werde "gut bewacht", sagte er. Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) hatte sich vor einigen Tagen besorgt über die Nukleartechnologie des Landes und deren mögliche Nutzung durch Terroristen geäußert. Ein US-Magazin hatte berichtet, Pakistan verfüge über mindestens 24 nukleare Sprengköpfe, die mit Mittelstreckenraketen oder von F-16-Kampfjets transportiert werden könnten.

Musharraf möchte, dass die USA als Lohn für die Unterstützung im Anti-Terroristen-Krieg Kampfflugzeuge des Typs F-16 ausliefern. Musharraf sagte der "New York Times" (Samstag), er erwarte "erkennbare Gesten". Besonders wichtig sei, dass die in den 80er Jahren von Pakistan gekauften 28 Jets ausgeliefert würden. Der amerikanische Kongress hatte 1990 alle militärischen Lieferungen an Pakistan als Sanktion gegen dessen Nuklearprogramm untersagt. (APA/dpa)

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