Spanien und Algerien versinken in Winter-Unwettern

10. November 2001, 17:57
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Im Norden Schnee, sonst Regenfluten - Über 190 Opfer

Algier/Madrid - Durch Unwetter sind in Algerien am Freitag und Samstag mindestens 189 Menschen ums Leben gekommen. Wie der Zivilschutz am Samstag mitteilte, starben allein in der Hauptstadt Algier mehr als 173 Menschen. Die Opfer wurden von Wassermassen weggerissen oder in ihren vom Sturm zerstörten Häusern begraben.

Freitag Früh hatten im Norden Algeriens heftige Regenfälle und starke Stürme eingesetzt. Zuvor hatte in den nordafrikanischen Land monatelang Dürre geherrscht.

Bei Sturm- und Schneeunwettern sind in Spanien vier Menschen ums Leben gekommen. In Madrid wurde am Samstag ein Arbeiter von einer Mauer erschlagen, die der Sturm zum Einsturz gebracht hatte. Im nahe gelegenen Toledo starb nach Angaben der Polizei ein Motorradfahrer, der gegen einen entwurzelten Straßenbaum gerast war. In Aranjuez südlich von Madrid tötete ein herabstürzender Ast einen Autolenker. In Gerona im Nordosten des Landes wurde ein Radfahrer von einer Sturmböe umgerissen und von einem Auto überrollt.

In Nordspanien waren am Samstag 26 Dörfer von der Außenwelt praktisch abgeschnitten. Heftige Schneefälle brachten in mehreren Regionen den Autoverkehr auf den Fernstraßen fast zum Erliegen. Mehr als 20 Bergpässe wurden gesperrt, 40 waren nur mit Schneeketten passierbar. In den Pyrenäen sanken die Temperaturen auf minus zehn Grad.

In der Nordafrika-Exklave Melilla standen ganze Straßenzüge nach heftigen Regengüssen unter Wasser. Die Schiffsverbindung mit dem spanischen Festland wurde unterbrochen.

Für Mallorca und die anderen Balearen warnten die Behörden vor Sturm- und Regenunwettern. In den Bergen Mallorcas fiel am Samstag Schnee. Für die Insel wurde eines der schwersten Unwetter der vergangenen Jahre mit Sturmböen von bis zu 120 Stundenkilometer erwartet. (APA/dpa)

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