Italiener über Beteiligung an US-Mission zunehmend skeptisch

10. November 2001, 14:50
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Zahl der Befürworter des Militäreinsatzes an der Seite der USA sinkt

Rom - Die aktive Beteiligung italienischer Truppen an der internationalen Mission "Enduring Freedom" spaltet Italien. Wie aus einer jüngsten Umfrage hervorgeht, sind nur 51 Prozent der Befragten mit dem Beschluss des römischen Parlaments einverstanden, das am Mittwoch die Entsendung von 2.700 italienischen Soldaten nach Afghanistan an der Seite der USA beschlossen hat. Noch vor einem Monat hatten sich noch 70 Prozent mit einer aktiven Beteiligung Italiens an der Anti-Terror-Mission einverstanden erklärt.

44 Prozent der Befragten sprachen sich offen gegen einen direkten Einsatz Italiens in Afghanistan aus, fünf Prozent erklärten sich unentschieden. Vor allem Wähler der oppositionellen Mitte-Links-Allianz sind mehrheitlich (64 Prozent) gegen den Militäreinsatz. Ihrer Ansicht nach sollte Italien nur bei Friedensmissionen eine aktive Rolle spielen. Im Regierungslager sind die Ansichten ganz anders.

Demonstrationen

71 Prozent der Anhänger des Mitte-Rechts-Blocks von Regierungschef Silvio Berlusconi sind überzeugt, dass Italien eine aktive Rolle in der Anti-Terror-Koalition spielen und daher auch mit eigenen Soldaten an der Offensive gegen das afghanische Taliban-Regime teilnehmen müsse.

Die unterschiedlichen Ansichten zum Krieg werden am Samstag in Rom deutlich sichtbar sein. Die Hauptstadt wird Samstag Nachmittag von Demonstranten aus ganz Italien gestürmt, die an unterschiedliche Friedensdemonstrationen teilnehmen. Während die Regierungskoalition zu einem Solidaritätsmarsch mit den USA aufgerufen hat, an dem in der Abschlussphase auch Regierungschef Silvio Berlusconi teilnehmen soll, wird die No-Global-Bewegung gegen den internationalen Einsatz in Afghanistan und die Entsendung italienischer Truppen protestieren. Auch die altkommunistische Rifondazione plant eine eigene Demonstration. (APA)

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