Wiener Firma wehrt sich gegen Vorwurf der Bin-Laden-Verbindung

10. November 2001, 12:52
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"Wir machen Entwicklungshilfe für muslimische Bauern"

Wien - Wie "profil" in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, wehrt sich der Verwaltungsrat der auch in Wien ansässigen Schweizer Finanzgesellschaft Nada Management Organisation S.A. (vormals Al Taqwa Management Organisation S.A.) Ahmed Huber, gegen die Vorwürfe, die Gesellschaft habe für den Terrorpaten Osama bin Laden Gelder gewaschen.

"Wir machen Entwicklungshilfe für muslimische Bauern. Jetzt kommen irgendwelche kranke CIA-Gehirne auf die Idee, dass so ein kleiner Laden was mit Terrorismus zu tun haben könnte", sagte er laut Vorausmeldung zu "profil".

Ob der Hauptverdächtige Youssef Nada, der auch in Wien lange Jahre geschäftlich aktiv war, Kontakte zu Bin Laden unterhalte, will Huber nicht wissen: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass er etwas mit Bin Laden zu tun hat."

Der Schweizer Huber musste sich zusammen mit Firmengründer Youssef M. Nada und seinem Partner Ali Himmat vergangene Woche Einvernahmen durch die Behörden in Italien und der Schweiz stellen, nachdem die US-Regierung ihre Namen auf eine neue Liste mutmaßlicher Mitglieder terroristischer Organisationen gesetzt hatte. Zugleich wurden die Wohnungen der Geschäftsleute durchsucht und Konten in Liechtenstein, der Schweiz und Italien gesperrt.

Wenig Bewegung in Wien

In Wien ließen sich laut "profil" bisher nur spärliche Hinweise finden. So hat die an der Adresse Kärntner Ring 2 domizilierte Youssuf M. Nada & Co. GmbH seit Jahren keine nennenswerte Geschäftsaktivität mehr entfaltet. Nach dem letzten verfügbaren Jahresabschluss fuhr die GmbH 1998/1999 einen Bilanzverlust von 274.638 S ein. Das Vermögen reduzierte sich auf Bankguthaben von 18.562 S.

Die Bank Austria hatte den Behörden bereits im Oktober 2001 drei Konten gemeldet, die Nada zuzurechnen sind, darunter auch ein Korrespondenzkonto mit der zwischenzeitlich liquidierten Bank Al-Taqwa auf den Bahamas. Die Geschäftsverbindungen wurden aufgelöst. "Auf den Konten war praktisch kein Geld drauf, außerdem waren sie seit Jahren unbewegt", teilte ein Bank Austria-Sprecher mit. (APA)

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