Molterer sieht wesentliche Hürde aus dem Weg geräumt

10. November 2001, 13:13
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Sima fordert sofortige Ratifizierung - Glawischnig : "Weitere Verwässerung"

Laut Umweltminister Wilhelm Molterer wurden durch den Kompromiss von Marrakesch "wesentliche Hürden auf dem Weg zur Umsetzung von Kyoto" aus dem Weg geräumt. Die Einigung sei als "ein klarer Rahmen für die internationale Umsetzung des Klimaschutzprotokolls" zu begrüßen.

"In Marrakesch haben wir das Einhaltungs- und Überwachungsregime fixiert sowie Russland und Japan an Bord geholt. Unter diesen klaren Rahmenbedingungen können wir nun mit Hochdruck an der Umsetzung unseres Klimaschutzprogrammes weiterarbeiten", betonte Molterer.

"Österreich muss sofort das Kyoto-Protokoll ratifizieren. Jetzt gibt es keine Ausreden mehr, die Klima-Spielregeln liegen nach Marrakesch am Tisch", kommentierte SPÖ-Umweltsprecherin Ulli Sima die Ergebnisse der Konferenz. "Nach vielen Jahren des Redens und Verhandelns sind nun Taten gefragt", so Sima.

Marrakesch sei ein großer Schritt für die Staatengemeinschaft, aber nur eine kleiner Schritt für den Klimaschutz, betonte die umweltpolitische Sprecherin der Grünen, Eva Glawischnig.

Durch den Abschluss der UN-Klimkonferenz sei zwar das Inkrafttreten des 1997 in Kyoto ausgehandelten Klimaschutzprotokolls erfolgt. Doch das "ohnehin schon aufgeweichte" Protokoll sei weiter verwässert worden.

An Umweltminister Wilhelm Molterer appellierte Glawischnig, nun einen radikalen Kurswechsel vorzunehmen. Österreich sei innerhalb der EU ein Nachzügler bei der Umsetzung des Klimaschutzprogrammes. (APA)

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