Deutschland: Mehr Kriegsdienstverweigerungen infolge Terrordebatte

10. November 2001, 11:01
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Laut Verband vor allem Reservisten gegen Einsätze

Chemnitz - Wegen der geplanten deutschen Beteiligung an Militäreinsätzen gegen den internationalen Terrorismus wollen offenbar immer mehr deutsche Bundesbürger den Kriegsdienst verweigern. Die Chemnitzer "Freie Presse" (Samstagausgabe) schreibt unter Berufung auf den Geschäftsführer der Zentralstelle für Recht und Schutz der Kriegsdienstverweigerer, Peter Tobiassen, vor allem Reservisten erkundigten sich bei der Organisation nach Möglichkeiten, einer neuerlichen Einberufung zu entgehen.

In den vergangenen zwei Monaten habe es fünf Mal so viele Anfragen gegeben wie im gesamten vergangenen Jahr, wird Tobiassen zitiert. Die Reservesoldaten machten dabei vor allem deutlich, dass sie keinesfalls bereit seien, Bundeskanzler Gerhard Schröders Versprechen einer "uneingeschränkten Solidarität" gegenüber den USA mitzutragen. Auch der von US-Präsident George W. Bush verwendete Begriff eines "Kreuzzuges" stoße auf weit verbreitete Ablehnung.

Die Zentralstelle rechnet dem Bericht zufolge damit, dass weit mehr als 3.000 Reservisten demnächst einen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung stellen dürften. Zugleich erkundigten sich deutlich mehr Ungediente, wie sie eine Einberufung zur Bundeswehr verhindern könnten. (APA/AP)

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