Clinton akzeptiert Ausschluss als Anwalt beim Obersten US-Gericht

10. November 2001, 09:54
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Erheblicher Prestigeverlust

Washington - Der frühere US-Präsident Bill Clinton verzichtet darauf, gegen seine "Verbannung" als Anwalt aus dem Obersten Gericht der USA zu kämpfen. Sein Rechtsvertreter David Kendall unterrichtete die Richter nach Medienberichten am Freitag, dass sein Mandant im Interesse einer raschen Beilegung des Streits freiwillig ausscheide und keinen Widerspruch einlege.

Das Gericht hatte Clinton Anfang Oktober ausgeschlossen. Dies war die Folge des Entzuges seiner Anwaltslizenz im US-Bundesstaat Arkansas, wo er wegen seiner Falschaussagen in der Lewinsky-Affäre fünf Jahre lang nicht mehr als Anwalt auftreten darf.

Prestigeverlust

Clinton war früher als Jurist mit keinem Rechtsfall beschäftigt, der vor dem höchsten US-Gericht verhandelt wurde. Insgesamt kommt dies in den Anwaltskarrieren nur selten vor und gilt als besondere Ehre. Fachleute sehen im Entzug der Erlaubnis allerdings einen erheblichen Prestigeverlust.

Clinton hatte den Lizenzentzug in Arkansas und eine Strafe in Höhe von 25.000 Dollar (27.864 Euro/383.423 S) kurz vor Ende seiner Amtszeit im Jänner akzeptiert. Im Gegenzug wurden die Ermittlungen gegen ihn in der Whitewater-Affäre um dubiose Immobilienverkäufe eingestellt.

Das zuständige Komitee des Obersten Gerichtes in Arkansas hatte die Suspendierung mit der Begründung gefordert, Clinton habe über seine Beziehung zu der Praktikantin Monica Lewinsky gelogen. Clinton hatte die Affäre bei einer anderen Untersuchung wegen sexueller Nötigung zunächst unter Eid bestritten. Dies führte 1998 zu einem Amtsenthebungsverfahren. 1999 wurde Clinton freigesprochen. (APA/dpa)

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