Kohl

12. Jänner 2002, 12:39
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Kraut, Kappes oder Kohl - hinter diesen Bezeichnungen verbirgt sich ein traditionsreiches Gemüse. Rot- und Grünkohl, Wirsing, Kohlrabi, Brokkoli, Pak-Choi, Chinakohl und Raps zählen alle zu ein und der selben Pflanzengattung: Brassica.

Es gab Zeiten, da führte der Kohl ein echtes Schattendasein in den Gärten und Küchen. Doch inzwischen wird dieses Gemüse wieder gern gegessen, und sein Aussehen macht im Ziergarten Furore.

Der Kohl kam seit altersher an den europäischen Küsten wild vor. Dabei muss man sich ein Gewächs vorstellen, das einem nicht gerade gut gedüngten Brokkoli entspricht. Zunächst wurden wohl die ölhaltigen Samen verwertet und der dickfleischige Strunk. Dieses kann durch Funde bei Ausgrabungen in Siedlungen von Pfahlbauern der Bronzezeit belegt werden. Dass der Strunk eine wesentliche Bedeutung hatte, belegt die Namensgebung. Das lateinische Wort «Caulis» wird nicht nur mit «Kohl» übersetzt, sondern bedeutet auch Stiel, Stengel, Strunk.

Der Kohl in allen seinen Formen gehört zu den Pflanzen, die reichlich Dünger benötigen. Ein schwerer, wasser- und nährstoffreicher Boden ist die Garantie für eine gute Ernte. Magere Böden und auch sandige sollten unbedingt mit Komposterde verbessert werden. Außerdem ist eine mineralische Grunddüngung von 70 g/m² vor der Pflanzung zu empfehlen. Diese wird etwa einen Monat nach der Pflanzung mit 50 g/m² aufgefrischt, und wenn sich die Köpfe bilden, gibt man nochmals 30g/m². Für die recht hohen Nährstoffansprüche kann man bei der Bodenvorbereitung auch Stallmist in den Boden einarbeiten.

Verwunderlich ist es im Grunde nicht, dass der Kohl gut versorgt werden muss, schließlich wächst aus einem winzigen kleinen Samenkorn in recht kurzer Zeit ein ansehnlicher Kopf. Der größte Feind des Kohlanbaus ist die Kohlhernie. Es handelt sich um eine Pilzkrankheit. Der Erreger kommt im Boden vor und dringt über die Wurzeln in die Pflanzen. Diese schwellen an und bilden bizarre Knollen. Die eigentliche Funktion, die Pflanze mit Wasser und Nährstoffen zu versorgen, nimmt ab, die Pflanze vertrocknet schließlich.

Da der Pilz im Boden überdauern kann, ist es wichtig, dass man auf eine gute Hygiene achtet. Das heißt: Befallene Kohlpflanzen werden entsorgt. Kohl wird nicht mehrmals hintereinander an die gleiche Stelle gepflanzt, und auch andere Pflanzen aus der Familie der Brassicaceae, wie beispielsweise der Silberling (Lunaria), die Levkoje (Matthiola) und der Meerkohl (Crambe) sollten nicht gesetzt werden, da sie ebenfalls von dem Pilz befallen werden können. Bis zu sieben Jahre bleibt der Pilz im Erdreich aktiv.

Vorbeugend sollte man den Boden sowie die Jungpflanzen mit Rainfarnbrühe spritzen. Das stärkt die Abwehrkräfte. Außerdem sollte man den pH-Wert mit Kalk erhöhen. Bei einem pH-Wert von 7,2 können die Sporen der Kohlhernie nicht keimen.

Aber auch eine ganze Reihe von Schädlingen wie die Kohlfliege und die Raupen von kleinem und großem Kohlweißling können die Ernte beeinträchtigen. Dill, Sellerie und Borretsch in der Nachbarschaft können den Kohlweißling allerdings abwehren.

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