Powell gegen Nordallianz-Einmarsch in Kabul

9. November 2001, 23:05
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US-Außenminister fürchtet "Schwierigkeiten und Spannungen"

Washington - US-Außenminister Colin Powell hat sich gegen einen Einmarsch der afghanischen Opposition in die Hauptstadt Kabul ausgesprochen. Powell sagte am Freitag in Washington, die Anwesenheit von Kämpfern der Nordallianz in Kabul könne zu "Schwierigkeiten und vielen Spannungen" führen, weil die Einwohner der Stadt der Allianz "nicht zwangsläufig wohlgesonnen" seien. Auch gebe es innerhalb des Oppositionsbündnisses Rivalitäten. Dennoch sollten die Oppositionskämpfer am Sturz des Taliban-Regimes mitwirken. Es sei aber Wunsch der US-Regierung, dass Kabul eine "offene Stadt" bleibe, fügte Powell hinzu.

US-Präsident George W. Bush wolle von seinen Verbündeten im Anti-Terror-Kampf "mehr als rhetorische Unterstützung" fordern, sagte Powell am Freitag im Nachrichtensender CNN. Bush werde bei seiner für Samstag geplanten Rede vor der UNO-Vollversammlung deutlich machen, dass es nicht ausreiche, der Koalition formal anzugehören. Die konkrete Unterstützung könne von geheimdienstlicher Zusammenarbeit, über Maßnahmen zur Austrocknung der finanziellen Ressourcen terroristischer Netzwerke bis zu militärischer Unterstützung reichen. Powell betonte, Bush werde die internationale Staatengemeinschaft auffordern, die antiterroristische Kampagne "bis zu ihrem Ende" weiter zu verfolgen.(APA)

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