Das klassische Griechenland, wie es leibte und lebte

9. November 2001, 22:00
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Großausstellung in Berlin - aus Wien kommt das Heroon von Trysa als Leihgabe

Berlin- Eine großangelegte Schau über die Klassik im alten Griechenland gilt als Ausstellungs-Höhepunkt der Berliner Museen im Jahr 2002. Bis zu 800 Exponate, darunter Glanzstücke aus aller Welt, werden unter dem Titel "Die griechische Klassik - Idee oder Wirklichkeit" vom 1. März bis 2. Juni im Martin-Gropius-Bau gezeigt. Rund 100 Leihgeber aus 15 Ländern, an der Spitze Griechenland und Italien, beteiligen sich an dem Projekt der Berliner Antikensammlung auf der Museumsinsel. Ausgeleuchtet werden unter anderem die Bereiche Architektur, Skulptur, Malerei, Geschichte, Philosophie und Literatur.

Die Ausstellung führe zurück zu den Wurzeln der griechischen Kultur im 5. und 4. Jahrhundert v. Chr. und verfolge zugleich die Spuren in späteren Epochen bis in die Gegenwart, sagte der Direktor der Antikensammlung, Wolf-Dieter Heilmeyer. Zu den spektakulären Highlights zählen die Tyrannenmördergruppe aus dem Archäologischen Nationalmuseum in Neapel, die Statue des Tragödiendichters Sophokles aus den Vatikanischen Museen und Relieffriese vom Heroon von Trysa des Kunsthistorischen Museums in Wien. Das Heroon von Trysa, das monumentale Grabmal eines lykischen Herrschers, der um 380. v. Chr. starb, mit einem 211 Meter langen prachtvollen Figurenfries ist seit über 100 Jahren nicht zugänglich im Depot. Fünf zentrale Platten des Frieses werden nun in Berlin öffentlich zu sehen sein.

Die Mehrheit der Ausstellungsstücke stellt die Berliner Antikensammlung. Bei der Marmor-Statue "Aphrodite auf der Schildkröte" handle es sich mit aller Wahrscheinlichkeit um ein griechisches Original und nicht, wie bisher angenommen, um eine Kopie aus der Römerzeit, berichtete Heilmeyer. Die "aufregende" Entdeckung sei den vorbereitenden Restaurierungsarbeiten zu verdanken.

Bei insgesamt acht Themenkomplexen sollen "Schattenseiten", wie die Sklaverei in Griechenland oder die Klassik-Rezeption während der Nazi-Diktatur, nicht ausgespart bleiben, hieß es. Zur Ausstellung gehört ein umfangreiches Rahmenprogramm, an dem sich in der Hauptstadt ansässige ausländische Kulturinstitute und Botschaften, aber auch andere Museen und Theater, beteiligen. (APA/dpa)

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