Jordanien erwägt Truppen- Entsendung nach Afghanistan

9. November 2001, 21:42
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König Abdullah in Großbritannien: "Diesbezüglichen Vorschlägen offen" - Gespräch über Friedensprozess im Nahen Osten

London - Der jordanische König Abdullah hat sich am Freitagabend in London zuversichtlich über eine Wiederbelebung des Nahost-Friedensprozesses geäußert. Als Konsequenz aus den Terroranschlägen in den USA gebe es international die Bereitschaft, dem Friedensprozess im Nahen Osten "neuen Schwung" zu verleihen, sagte er vor Journalisten.

König Abdullah warnte jedoch, dass die Menschen im Nahen Osten "nicht noch weitere zehn Jahre" auf den Frieden warten könnten. "Beide Seiten, Palästinenser und Israelis, sind frustriert. Es ist Aufgabe der internationalen Gemeinschaft, neue Hoffnung zu geben."

"Wir wissen, dass Israel niemals verschwinden wird"

Es müsse eine Atmosphäre geschaffen werden, in der ein Erfolg möglich sei. Dazu gehöre die Anerkennung der Tatsache, dass es einen lebensfähigen palästinensischen Staat geben müsse und zugleich Israels Sicherheit garantiert werde.

"Wir wissen, dass Israel niemals verschwinden wird, aber wir müssen auch wissen, dass Palästina kommen wird. Ich glaube, auch die USA verstehen sehr genau, dass sich die Welt seit dem 11. September veränderte hat", sagte der König. Er hatte am Donnerstag in London Gespräche mit Premierminister Tony Blair geführt. Zusammenarbeit auf diplomatischer Ebene zugesichert

Zur Unterstützung der USA zieht Jordanien als erstes arabisches Land offenbar die Entsendung von Soldaten nach Afghanistan in Betracht. König Abdullah II. erklärte am Freitag in London, man werde über diese Option nachdenken und auf alles vorbereitet sein. Auf die Frage des britischen Senders BBC, ob Jordanien Bodentruppen oder Spezialkommandos nach Afghanistan senden würde, antwortete er ausweichend, jeder Einsatz sollte klar definierte Ziele und einen Plan zu ihrer Durchsetzung haben.

Jordanien stehe diesbezüglichen Vorschlägen offen gegenüber, sagte der Monarch. Jordanien hat den USA im Kampf gegen den Terrorismus bereits Zusammenarbeit auf diplomatischer und geheimdienstlicher Ebene zugesichert. (APA/dpa)

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