Frauen mit "Trend zum zügigeren Studieren"

12. November 2001, 13:44
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"Sehr bedauerlicher" Studentinnen- Rückgang an der Uni Innsbruck

Innsbruck - Noch gibt es keine verlässlichen Erklärungen für den hohen Rückgang an Frauen unter den StudienanfängerInnen an der Uni Innsbruck. In Innsbruck, der drittgrößten Universität, haben heuer um 20 Prozent weniger Frauen ein Studium begonnen als letztes Jahr, aber "nur" um vier Prozent weniger Männer.

Insgesamt lag die Zahl der AnfängerInnen mit 3331 und einem Minus von 12,8 Prozent unter jener von vor zehn Jahren (1991: 3420), ein Negativtrend, der Rektor Hans Moser überrascht: "Eigentlich ging man davon aus, dass die Gebühren keine Maturanten von einem Studium abhalten würden." Allerdings: In Innsbruck war auch der Zulauf an die Uni in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich stark. Beim "sehr bedauerlichen" Frauenrückgang warnt Moser vor voreiligen Schlüssen. "Aber wenn sich herausstellen sollte, dass es soziale Gründe sind, die die Frauen nun eher von den Universitäten abhalten als Männer, etwa bei größeren Familien Söhne bevorzugt würden, wäre das ein enormer Rückschritt." Jedenfalls sei Handlungsbedarf gegeben.

In der Studienabteilung wird darauf hingewiesen, dass auch die Studienbeihilfen von Frauen nicht als ausreichendes Netz empfunden werden könnten. Stipendien werden nur für die Zeit der Mindeststudiendauer plus einem Semester und bei Erfüllung einer Mindestleistung bezahlt: Für Frauen mit Kindern etwa sei das nicht leicht zu schaffen.

Die Leiterin der Studienabteilung, Rosa Maria Reinalter hat bei der Studienberatung zudem heuer bei Frauen ein stärkeres Interesse an Fachhochschulen festgestellt, "einen Trend zu zügigerem Studium".
(bs)

(DER STANDARD, Print, Sa./So. 10./11.11.2001)

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