Lunch & Listen: Zuhörer sind erfolgreicher

13. November 2001, 10:04
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Entspannt und gelöst das Essen genießen anstatt den Laptop hochzufahren

Der Unterschied zwischen einer Geschäftbesprechung im Büro oder im Konferenzzimmer und beim Businesslunch im Restaurant ist die Atmosphäre und damit die Chance, die Human-Relations-Komponente voll auszuspielen.

Entspannen, nicht arbeiten

Schade, dass viele der heutigen Business-People das so gar nicht verstehen, einzusetzen. Viele verwechseln den Businesslunch immer noch mit dem Büro, stellen ihren Laptop neben den Suppenteller und degradieren dabei nicht nur die Leistungen der Küchenbrigade, sondern zerstören damit auch jede Entspannung und Gelöstheit.

Das Essen genießen

Die ganz Schlimmen unter den unentspannten Ehrgeizlingen quatschen uns dann auch noch permanent die Ohren voll und lösen damit eine geradezu hektische Stimmung aus, bei der sich die Begleitperson gar nicht mehr traut, ihr Essen zu genießen.

Dialogregel "Zuhören"

Derartige Businesslunch-Situationen können nur zum Misserfolg führen. Viele Gesprächspartner haben leider die wichtigste Dialogregel noch immer nicht kapiert, nämlich: das Zuhörenkönnen. Zuhören ist wichtiger als reden.

Aktives Zuhören ist das stärkste Signal, das wir aussenden können, um unserem Gegenüber maximales Interesse zu bekunden.

Zuhören bringt Erfolg

Wer dergleichen Aufmerksamkeit spürt, fühlt sich sofort wohl, öffnet sich und erzählt Dinge, die für den weiteren Geschäftserfolg entscheidend sein können. Der gute Zuhörer motiviert den Erzähler jedenfalls durch permanenten Blickkontakt, regelmäßiges Zunicken und sensible Mimik.

Anstatt mit verbalen Antworten kommuniziert er mittels seines Gesichtsausdrucks, der einmal mitfühlend, interessiert, angespannt, traurig und ein anderes Mal fröhlich, erleichtert oder gar euphorisch ist.

Wenn Sie es dann noch verstehen, im richtigen Moment die richtige Frage zu stellen, liefern Sie dem Erzähler das nächste Stichwort für weitere, vertiefende Ausführungen und geben ihm das Gefühl, dass Sie ihn ja so gut verstehen.

Solche Businesslunches müssen ein Erfolg werden und Sie, der Sie eigentlich nur zugehört haben, gelten obendrein noch als jemand, mit dem man sich fantastisch unterhalten kann. (DER STANDARD, Print-Ausgabe)

Von Wolfgang Rosam
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