Der Dialog soll das Schwert ersetzen

9. November 2001, 20:34
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2001 soll zum Jahr des Dialogs zwischen den Nationen erklärt werden

Bereits 1998 rief der iranische Präsident Mohammed Khatami gemeinsam mit dem damaligen US-Präsidenten Bill Clinton die Vereinten Nationen auf, 2001 zum "Jahr des Dialogs zwischen Nationen" zu erklären, denn im 21. Jahrhundert müsse der Dialog das Schwert ersetzen. Angesichts der Terroristenattacken am 11. September 2001 schien der zweitägige Dialog Donnerstag und Freitag im UNO-Hauptquartier doppelt bedeutungsvoll.

UNO-Generalsekretär Kofi Annan erklärte, ein Dialog sei zwar "ein weiches Werkzeug der Diplomatie, aber auf lange Sicht könne es die Oberhand gewinnen. Ein Dialog zwischen Zivilisationen ist nicht nur eine notwendige Antwort auf Terrorismus - er ist in vieler Hinsicht sein Untergang. Wo Terrorismus versucht, die Menschheit zu entzweien, zielt der Dialog darauf hin, uns zu vereinen." Die Koordination des Dialogs lag in den Händen von Giandomenico Picco, dem ehemaligen UNO-Geisel-Verhandler im Nahen Osten.

Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, der New York erst vor einer Woche nach seinem erfolgreichen Besuch bei Präsident George W. Bush verlassen hatte, folgte der Einladung der Vereinten Nationen, eine Rede zum Dialog zu halten. Österreich hatte erst im August dieses Jahres zu einem runden Tisch zu diesem Thema nach Salzburg geladen. (DER STANDARD, Print-Ausgabe vom 10/11.11.2001)

Von Susi Schneider aus New York
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