Mazar-i-Sharif

9. November 2001, 19:10
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Strategisch wichtige Stadt im Norden Afghanistans - Religiöses Zentrum für Schiiten

Hamburg - Wer über die nordafghanische Stadt Mazar-i-Sharif herrscht, der kontrolliert auch die bedeutenden Überland- Versorgungsrouten zu Afghanistans Nachbarn Usbekistan und Tadschikistan. Die Taliban schlossen nach Einnahme der viertgrößten Stadt des Landes 1998 die Grenze zu Usbekistan.

In den Wirren des afghanischen Bürgerkriegs durchlebte die Stadt mit schätzungsweise 130.000 Einwohnern eine wechselvolle Geschichte. Sie galt bis zum Taliban-Einmarsch als Hochburg der Nordallianz. Kurz nach Eroberung der Stadt drohte der Iran den Taliban mit Krieg, weil sie in Mazar-i-Sharif neun schiitische iranische Diplomaten getötet hatten.

Für Schiiten ist die "Stadt des Heiligen" vor allem auch Wallfahrtsort. Eine in der islamischen Welt berühmte Moschee aus dem 15. Jahrhundert mit dem Grab des vierten Kalifen Ali ist Anziehungsort für Pilger. In Friedenszeiten gehörte Mazar-i-Sharif durch seine Lage in einer fruchtbaren Ebene zu den Wirtschaftszentren des Landes. Dort wird Baumwolle, Getreide und Obst angebaut. (APA/dpa)

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