Schüssel plädiert vor UNO für Toleranz und Vielfalt

9. November 2001, 18:51
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Bundeskanzler bei UNO-Debatte über "Dialog der Zivilisationen" in New York

New York - Die Bedeutung von Toleranz, Vielfalt und gegenseitigen Respekt hat Bundeskanzler Wolfgang Schüssel am Freitag bei der Debatte der Vereinten Nationen in New York zum "Dialog der Zivilisationen" hervorgehoben. "Der Dialog ist ein präventives Instrument gegen den Terrorismus", betonte Schüssel in seiner Rede. Österreich habe die Initiative des iranischen Präsidenten Mohammad Khatami, die von der UNO aufgegriffen und zum "Jahr des Dialogs" aufgewertet wurde, von Anfang an unterstützt.

Der Dialog müsse zwischen den Nationen und Religionen geführt werden, aber auch innerhalb der verschiedenen Gruppen. Gewaltakte wie die "Ethnische Säuberung" oder Terrorismus seien letztlich in der Überzeugung begründet, dass Vielfalt eine Bedrohung darstelle. Die kulturelle Vielfalt sei aber ganz im Gegenteil von essenzieller Bedeutung für das Zusammenleben, betonte Schüssel. Alle Zivilisationen seien nicht statisch sondern dynamisch und beeinflussten sich ständig gegenseitig.

Schüssel verurteilte die Erzeugung von "Feindbildern", durch die negative Vorstellungen von anderen produziert würden. Stattdessen müsse die Vielfalt anerkannt und gewürdigt werden, ohne zu einer Assimilation zu führen. In den Dialog müssten auch Frauen aller Kulturen eingebunden werden, um ihre Vorstellungen und Visionen einbringen zu können, forderte er. Auch die religiösen Führer, die jetzt noch zögerten, sollten eingeladen werden.

Bei allem Respekt der Vielfalt dürfe das "nicht akzeptierbare nicht akzeptiert werden", so Schüssel. Die universellen Rechte müssten auch für alle gelten. So gebe es im Christentum und im Islam die starke Vorstellung der Gerechtigkeit. Zur Fortsetzung des Dialogs über das UNO-Jahr hinaus werde Österreich im Februar zu einem Seminar der christlich-islamischen Verständigung einladen. (APA)

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