Neue Dienste für Handynetze

9. November 2001, 19:21
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Hewlett-Packard rechnet mit einem regulären Start der UMTS-Netze

Wien - Die dritte Mobilfunkgeneration UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) wird trotz vieler Zweifel rechtzeitig in den meisten Ländern planmäßig im Jahr 2003 gestartet, glaubt Sebastiano Tevarotto, Leiter des Geschäftsbereichs Netzwerke und Telekommunikation bei Hewlett-Packard. 3G, wie UMTS im Fachjargon auch genannt wird, werde aber zunächst in den Ballungszentren verfügbar sein, eine flächendeckende Verbreitung wie beim konventionellen GSM-Netz wird sicher nicht so schnell umgesetzt werden.

Entscheidend für den Start und auch für die Akzeptanz durch den Endkunden sei in erster Linie, dass die Mobilfunkbetreiber entsprechende Dienste und Services für unterschiedliche Kundengruppen rechtzeitig auf den Markt bringen. "Kunden sind nicht interessiert an der Technologie, sondern welche Services sie erhalten können", mahnt Tevarotto. "Sprache ist noch immer die Killerapplikation Nummer eins", meint Tevarotto. Die Suche sowie Konzentration nach einer solchen Anwendung, die dem Kunden großen Nutzen stiftet und der darbenden Telekombranche schnell hohe Umsätze in die Kassen spült, sei allerdings nicht zielführend.

Testlauf im GPRS-Netz

Sprache in Verbindung mit Textservices, Unterhaltungsangebote oder lokalbasierte Dienste wie Reiseführer oder Routenplaner zählen dabei zu Anwendungen, die im Dialog gekoppelt mit der Sprache zu attraktiven Anwendungen zählen können. Teilweise existieren bereits solche Dienste, die erfolgreich auf dem GPRS-Netz zum Einsatz kommen und dort für UMTS im Testlauf zum Einsatz kommt, so Tevarotto.

Trotz der Krise in der Telekombranche, was die Firmen zu einer Kürzung der Budgets von bis zu 15 Prozent gezwungen habe, sieht der HP-Manager einen Hoffnungsschimmer. Für die Mobilfunlbetreiber sei ein Umsatzwachstum von mehr als zehn, aber unter 20 Prozent, dennoch realistisch. Nachholbedarf hätten die Telekomfirmen noch bei Investitionen in die Infrastuktur für UMTS, sowohl in Rechner für Unternehmensnetze sowie in Software.

HP erzielte im Geschäftsjahr 2000 einen Umsatz in Höhe von 48,8 Mrd. US-Dollar, 8,5 Mrd. Dollar allein im Telekombereich. Eigenen Angaben zufolge ist HP Lieferant von rund 90 Prozent der Telekomfirmen. (jake, DER STANDARD, Printausgabe 10.11.2001)

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