Blair und Aznar erörtern Zukunft von Gibraltar

9. November 2001, 21:17
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"Ohne Zustimmung der Bevölkerung keine Veränderungen"

London - Der britische Premierminister Tony Blair und der spanische Ministerpräsident Jose Maria Aznar haben am Freitag in London Gespräche über die Zukunft der Kronkolonie Gibraltar geführt. Anschließend versicherte Blair am Abend, dass es ohne Zustimmung der Bevölkerung Gibraltars keine Veränderungen am Status der Kronkolonie geben werde. Angesichts der "enorm verbesserten Beziehungen" zwischen Großbritannien und Spanien seien beide Seiten jedoch "entschlossen, Fortschritte zu machen." Aznar unterstrich, dass Spanien bei den Verhandlungen sowohl über die künftige Zusammenarbeit mit Gibraltar als auch über die Frage der Souveränität reden wolle.

Die Regierung von Gibraltar, die außer bei der Verteidigung in allen Fragen autonom handeln kann, hatte zuvor "große Besorgnis und Enttäuschung" über eine befürchtete Bereitschaft der britischen Regierung in London zum Einlenken im Streit mit Spanien um die Kronkolonie gezeigt. Die Spannungen waren durch eine Äußerung des für Europa zuständigen britischen Staatssekretärs Peter Hain ausgelöst worden. Hain hatte erklärt: "Sie (die Gibraltarer) werden hinsichtlich ihrer Zukunft befragt werden und wir werden niemals einen Gibraltarer auffordern, seine Staatsbürgerschaft abzugeben." Darin sieht die Regierung der Kolonie ein Abweichen von der bisherigen britischen Politik, die eine Übergabe der Kolonie an Spanien gegen den Willen der Bevölkerung ausschließt. In der seit 1704 zu Großbritannien gehörenden Kronkolonie leben 30.000 Briten. (APA/dpa)

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