"Blue Sky" wird den Klimawandel erforschen

9. November 2001, 18:14
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Noch ein Supercomputer von IBM

Yorktown Heights/Livermore - Mit zwei Projekten baut IBM seine Vormachtstellung bei Supercomputern aus. Der Konzern wird für die Lawrece Livermore National Laboratories (LLNL) des US-Energieministerium den bisher leistungsfähigsten Supercomputer entwickeln. "Blue Gene/L" soll nach Angaben des Computergiganten 15 Mal schneller sein als bisherige Modelle und sich dabei durch einen um das 15-Fache verbesserten Energieeinsatz auszeichnen. Gleichzeitig wird IBM für das US-National Center for Atmospheric Research (NCAR) unter dem Codenamen "Blue Sky" einen Supercomputer für die Erforschung des Klimawandels auf der Basis seines p690 Regatta-Servers liefern. Zurzeit sind 158 IBM-Systeme unter den Top500-Supercomputern.

Blue Gene/L, der 2005 in Betrieb gehen soll, wird eine Operationsgeschwindigkeit von über 200 Teraflops (200 Trillionen Operationen in der Sekunde) erreichen. Das soll die kombinierte Rechenleistung der gegenwärtigen Top500-Supercomputer übertreffen. Blue Gene/L ist ein Teil von IBMs "Autonomic Computing"-Initiative für selbstverwaltete und selbstkonfigurierte Systeme. Der Supercomputer ist für die Simulation von verschiedenen Problemen wie Materialermüdung, Feuer oder Explosionen vorgesehen. Diese Problemstellungen erfordern eine höhere Rechenleistung als zurzeit verfügbar. Blu Gene/L werde vor allem auf Probleme angesetzt, die leicht auf viele tausend Prozessoren aufgeteilt werden können, so David Novak, Leiter des ASCI-Programm der LLNL.

Neue Architektur

Der Supercomputer basiert auf einer neuen Architektur, die auch in kommerziellen Anwendungen zum Einsatz kommen soll. Blue Gene/L spricht das Problem an, dass heutige Supercomputer zwar schnell rechnen, aber der Zugriff auf die Datenchips zu lange dauert. Mit dem vorgesehenen Design werden immer zwei Prozessoren zusammen mit einem eigenen Arbeitsspeicher auf einem Chip zusammengefasst. Während ein Prozessor die Rechenaufgaben abarbeitet, ist der zweite für die Kommunikation innerhalb des Systems zuständig. IBM erwartet sich damit eine Beschleunigung bei den Zugriffszeiten.

Blue Sky wird in einer ersten Ausbaustufe bereits 2002 in Betrieb gehen. Im Endausbau wird das System eine Rechenleistung von sieben Teraflops erreichen. Es ist der bisher größte Supercomputer für die NCAR. (pte)

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