"Glivec" gegen Leukämie in EU zugelassen

9. November 2001, 18:07
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Basel - Die EU-Kommission hat dem von Novartis stammenden Arzneimittel "Glivec" (ehemals STI-571, auch Imatinib) die Marktzulassung erteilt. Dies teilte der Konzern mit Stammsitz in Basel mit.

Die Zulassung umfasst die Therapie erwachsener Patienten mit Philadelphia-Chromosom-(Bcr-Abl-) positiver, chronisch-myeloischer Leukämie (CML) in der chronischen Phase und nach Versagen einer Interferon-Alpha-Therapie, oder in der "beschleunigten Phase" oder "Blastenkrise". Patienten mit der Krankheit zeigen häufig zunächst einen relativ stabilen Verlauf der Erkrankung, der schließlich in ein lebensgefährliches Stadium mündet.

"Glivec" ist in Tablettenform verabreichbar. In den USA ist es bereits zugelassen. 15 bis 25 Prozent der Leukämie-Fälle bei Erwachsenen entfallen auf die chronisch-myelische Leukämie. Das neue Medikament kann bei bis zu 90 Prozent der Kranken zu einer neuerlichen Normalisierung des Blutbildes führen.

Bei dem Arzneimittel handelt es sich um den ersten Vertreter einer ganz neuen Klasse von Anti-Krebs-Medikamenten. Sie hemmen Tyrosin-Kinase-Enzyme von Krebszellen. Bei "Glivec" ist das die Bcr-Abl-Tyrosin-Kinase, die weiße Blutkörperchen mit dem "Philadelphia-Chromosom" in die ständige Teilung treibt. (APA)

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