Kosovo-Serben protestieren gegen Wahlteilnahme

9. November 2001, 18:26
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Lokale Serbenführer fordern Regierung auf, keinen Druck mehr auszuüben

Belgrad - Mehrere hundert Kosovo-Serben haben in Kosovska Mitrovica unter dem Motto "Kampf für die Wahrheit" eine Protestkundgebung gegen die Wahlteilnahme abgehalten. Die lokalen Serbenfuehrer Marko Jaksic und Milan Ivanovic haben die serbische Regierung öffentlich aufgefordert, keinen Druck auf die Kosovo-Serben zwecks Wahlteilnahme mehr auszuüben, meldeten Belgrader Medien. Jaksic ist Spitzenfunktionär der Demokratischen Partei Serbiens, die auf der Wahlliste des Bündnisses "Povratak" (Rückkehr) sechzehn von 60 Abgeordnetenkandidaten hat. Die Partei des Präsidenten Vojislav Kostunica ließ vor zwei Tagen wissen, dass Jaksic keinen Wahlkampf führen würde.

Familienangehörige der vermissten Kosovo-Serben haben indes im Belgrader Stadtzentrum für einen mehrstündigen Verkehrsstau gesorgt. Sie haben an die serbischen Behörden, aber auch die UNMIK, appelliert, das Schicksal von 1.300 Vermissten Kosovo-Serben aufzuklären.

In dem am letzten Montag zwischen den Belgrader Behörden und der UNO-Mission im Kosovo abgeschlossenen Abkommen ist unter anderem vorgesehen, dass die UNMIK bis Ende nächsten Jahres das Schicksal von rund 4.000 im Kosovo vermissten Personen aufzuklären versuchen wird. Bis dann sollen auch rund 1.100 in Massengräbern entdeckten Leichen identifiziert werden. (APA)

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