Hauptverband fordert "interventionsfreies Bestellungsverfahren"

9. November 2001, 17:34
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Frad kritisiert Sozialminister Haupt

Wien - Raue Töne zwischen dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger und dem Sozialministerium: In einem dem Standard vorliegenden Brief an Sozialminister Herbert Haupt (FP) verwahrt sich der Präsident des Hauptverbandes, Herwig Frad (VP), gegen "Eingriffe in die Verantwortung der Selbstverwaltung". Und weiter: "Ich werde alles daran setzen, dass mit einem rechtmäßigen, fairen und interventionsfreien Bestellungsverfahren" bis 31. Dezember eine neue Geschäftsführung des Hauptverbandes installiert werden könne.

Mit diesem scharfen Antwortbrief weist Frad den Vorwurf Haupts zurück, die laufende Ausschreibung für die Geschäftsführung sei gesetzwidrig, weil zu wenig konkret (der

Standard berichtete). Zudem will Haupt als Aufsichtsbehörde Einspruch gegen mehr als drei rekrutierte Manager einlegen.

Das Gesetz ermächtigt den Hauptverband aber, bis zu fünf Manager zu bestellen. Demgemäß werden ein Sprecher und "zwei bis vier Geschäftsführer" gesucht. Der vorliegende Ausschreibungstext sei "nicht nur rechts- und beschlusskonform, sondern auch allgemein üblich". Eine "Umstellung der Vorgangsweise" während der laufenden Bewerbungsfrist widerspräche dem Grundsatz der Gleichbehandlung, lehnt Frad nachträgliche Eingriffe ab. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 10./11. November 2001)

Von Lisa Nimmervoll
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