Frankreich: Bereits 17 Bewerber für Präsidentenwahl

9. November 2001, 18:19
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Chirac und Jospin lassen sich mit Bekanntgabe von Kandidatur Zeit

Paris - Fünf Monate vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich haben bereits 17 Politiker ihre Kandidatur angekündigt, darunter drei Frauen. Das geht aus einer Zwischenbilanz des Pariser Verfassungsrats vom Freitag hervor. Die beiden aussichtsreichsten Politiker für den Posten des Staatsoberhaupts, der konservative Amtsinhaber Jacques Chirac und der sozialistische Premierminister Lionel Jospin, lassen sich dagegen Zeit mit der offiziellen Bekanntgabe ihrer Kandidatur.

Im linken Lager macht der ehemalige Innenminister Jean-Pierre Chevenement Jospin Konkurrenz. Er könnte auf mehr als zehn Prozent der Stimmen kommen. Chevenement war vor einem Jahr aus Protest gegen Jospins Korsika-Politik aus der Linksregierung ausgeschieden. Für die an der Pariser Regierung beteiligten Grünen tritt der ehemalige Fernsehjournalist Noel Mamere an, für die Kommunisten Ex-Parteichef Robert Hue.

Noch kein Wahltermin

Im rechten politischen Spektrum will der 74-jährige Ex-Innenminister Charles Pasqua seinen einstigen Freund Chirac herausfordern. Rechts vom gaullistischen Amtsinhaber stehen zudem der frühere Kulturstaatssekretär Philippe de Villiers, der zurzeit wieder an Wählerpotenzial gewinnende Chef der Front-National, Jean-Marie Le Pen, und sein rechtsextremer Rivale Bruno Megret. Im liberalen Lager wollen sich Alain Madelin, Francois Bayrou und Christine Boutin um das Präsidentenamt bewerben.

Der Wahltermin steht noch nicht endgültig fest. Der erste Wahlgang wird voraussichtlich am 14. oder 21. April 2002 abgehalten, die beiden Bewerber mit den meisten Stimmen gehen zwei Wochen später in die Stichwahl. Im Juni 2002 werden dann auch die Abgeordneten der Nationalversammlung neu bestimmt. (APA)

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