IPI kritisiert Verurteilung von chinesischem Journalisten

9. November 2001, 16:05
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Neun Jahre Haft für Berichte über Korruption unter hohen Beamten

Der chinesische Journalist Jiang Weiping ist im September in einem Geheimprozess wegen angeblichen Verrats von Staatsgeheimnissen und Anstiftung zum Sturz der Regierung zu einer neunjährigen Haftstrafe verurteilt worden.

Jiang war nach Angaben des in Wien ansässigen Internationalen Presse Instituts (IPI) im Dezember 2000 festgenommen worden, nachdem er im Hong Konger Magazin "Qianshao" ("Front Line") Korruption unter hohen Beamten im Nordosten Chinas angeprangert hatte. IPI forderte den chinesischen Präsidenten Jiang Zemin am Freitag in einem Brief zur sofortigen Freilassung des Journalisten auf. Das Urteil wurde noch nicht offiziell verkündet.

15 Journalisten ihrer Berichterstattung inhaftiert

IPI erinnerte Zemin daran, dass Chinas Führung in den letzten sechs Jahren die Journalisten zur Aufdeckung von Korruption aufgerufen hatte. Eine weitere Journalistin, Gao Qinrong, sitzt jedoch nach Angaben der Medienorganisation derzeit eine 13-jährige Haftstrafe ab. Zuvor hatte sie in der Zeitung Renmin Ribao ("People's Daily") darüber berichtet, dass in der Shanxi-Provinz Bewässerungstanks an keinerlei Wasserressourcen angeschlossen seien. Insgesamt 15 Journalisten sind wegen ihrer Berichterstattung in China inhaftiert. (APA)

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