Burundi: Hutu-Rebellen verschleppen 300 Schüler

9. November 2001, 15:49
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Sie sollen offenbar als Kämpfer zwangsrekrutiert werden

Bujumbura - Hutu-Rebellen haben am Freitagmorgen in Burundi bis zu 300 Schüler entführt. Kämpfer der "Streitkräfte zur Verteidigung der Demokratie" (FDD) überfielen nach Behördenangaben ein Gymnasium in Musema im Norden des Landes und entführten Kinder aller Altersstufen. Vier Jungen konnten fliehen, die Mädchen wurden von den Rebellen verschont. Vermutlich sollen die Schüler als Kämpfer rekrutiert werden. Bereits fünf Tage zuvor hatten FDD-Rebellen im Osten Burundis 80 Schüler entführt.

In Burundi herrscht seit acht Jahren Bürgerkrieg. Bei den Kämpfen zwischen Hutu und Tutsi sind in dem ostafrikanischen Land bislang mehr als 200.000 Menschen getötet worden. Um die tief verfeindeten Widersacher miteinander zu versöhnen, war vor einer Woche eine Übergangsregierung eingesetzt worden, die beide Volksgruppen an der Macht beteiligt. Im August des vergangenen Jahres hatten Hutu und Tutsi unter der Federführung des südafrikanischen Ex-Präsidenten Nelson Mandela ein Friedensvertrag abgeschlossen. Die beiden größten burundischen Hutu-Rebellenorganisationen hatten das Abkommen jedoch nicht unterzeichnet.

Erst am Donnerstag hatte der UNO-Sicherheitsrat zur Umsetzung des Abkommens und zu einem sofortigen Waffenstillstand in Burundi aufgerufen. (APA)

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