Deutschland remisiert in Kiew

13. November 2001, 12:40
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Die Völlertruppe erkämpfte ein für das Rückspiel wertvolles 1:1 in der Ukraine

Wien - Deutschland hat den ersten Schritt zur Teilnahme an der Fußball-WM-Endrunde in Südkorea und Japan getan. Die DFB-Elf erreichte im Hinspiel der Playoffs in der Ukraine ein 1:1 (1:1)-Unentschieden und hat nun im Rückspiel in Dortmund am Mittwoch alle Chancen, vor eigenem Publikum die 15. WM-Teilnahme ins Trockene zu bringen.

Starker Beginn der Ukraine

Der "Retter" der deutschen Nationalelf war Michael Ballack. Sein Treffer zum 1:1 öffnete die WM-Tür weit. Doch hatten die Deutschen zunächst einige bange Minuten zu überstehen gehabt. Denn bereits nach 98 Sekunden blieb den gemäß der ukrainischen Flagge ganz in gelben oder blauen Überjacken zum Spiel erschienen 83.000 Zuschauern der Torschrei im Hals stecken. Andrej Worobej tauchte nach einem Stellungsfehler von Haman und Linke alleine vor Kahn auf, traf aus zwölf Metern allerdings nur den Pfosten.

Subow Tor nach Freistoß

Diese Schrecksekunde gab den Ukrainern weitere Sicherheit. In der 6. Minute verfehlte Rebrow knapp, zwölf Minuten später gab es aber kein Halten mehr. In der 18. Minute traf Andrej Schewtschenko mit einem Freistoß die deutsche Mauer, von der kam der Ball zu Gennadi Subow, der seine freie Schussbahn ausnützte und Kahn bezwang. Dieser Treffer weckte die Deutschen aber auf, das Spiel änderte sich schlagartig. Die Ukrainer setzten nicht nach, die Deutschen übernahmen die Initiative und klopften in der 26. und 27. Minute zwei Mal gefährlich an: Zunächst köpfelte Linke an die Latte, nur eine Minute später rettete Torschütze Subow nach Rehmer-Kopfball auf der Linie stehend, er lenkte den Ball ebenfalls an die Unterkante der Latte. Vier Minuten später aber zeigte Ballack, warum er bei Leverkusen zu den torgefährlichsten Mittelfeldspielern gehört: Nach Freistoß von Schneider und Verlängerung von Zickler schoss er zum so wichtigen Ausgleich ein.

Nach dem Ausgleich kontrollierte Deutschland

Die Ukrainer hatten zwar kurz darauf durch den sonst blassen Schewtschenko eine große Chance aufs 2:1, doch Kahn parierte glänzend. Der Bayern-Goalie war auch bei einem gefährlichen Freistoß des Milan-Stars in der 71. Minute zur Stelle. Ansonsten aber vermochten die Deutschen das Spiel über weite Strecken unter Kontrolle zu bringen, einzig in der Offensive lief bei der Völler-Elf nicht alles nach Wunsch. Trotzdem kam man zu einigen Möglichkeiten. So rettete in der 55. Minute Ukraine-Schlussmann Lewitzki bei einem Rehmer-Kopfball, in der 75. verfehlte Ballack das Tor knapp.

Völler:"Nicht auf 0:0 spielen"

"Wir haben eine sehr gute Ausgangsposition, aber auch noch ein hartes Stück Arbeit vor uns"; resümierte Oliver Kahn, "aber ich denke, dass wir es auch am Mittwoch zeigen werden und uns qualifizieren." Und auch Teamchef Rudi Völler konnte aufatmen: "Mit dem Ergebnis können wir natürlich leben. Damit bin ich recht zufrieden. Es war eine meiner schwierigsten Aufgaben, den Druck von der Mannschaft zu nehmen. Bis auf die erste Viertelstunde haben wir hier ein sehr gutes Spiel abgeliefert." Einen Fehler dürfe man aber nicht machen. "Im Rückspiel auf 0:0 spielen." (APA)

  • Ukraine - Deutschland 1:1 (1:1)
    Kiew, 80.000 (ausverkauft), Braschi.

    Tore: Subow (18.) bzw. Ballack (31.)

    Rückspiel am 14. November in Dortmund

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