Angebotsfrist bei Elektra Bregenz endet

9. November 2001, 13:55
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Interessenten können noch bis Freitag Offerten für Brandt-Kauf legen

Innsbruck - Am Freitagnachmittag soll eine Entscheidung über die Zukunft der Tiroler Elektra Bregenz (EB) Produktionsgesellschaft mit Sitz in Schwaz sowie über deren Mutterkonzern Brandt fallen. Dann nämlich endet die Angebotsabgabe bei den Masseverwaltern zum Kauf von Brandt. Bei EB rechnete man hingegen aber mit der Erteilung einer "Nachfrist" und damit mit einer Verzögerung der Entscheidung, teilte eine Sprecherin des Unternehmens auf Anfrage der APA mit.

Zahlreiche Bewerber

Die Angebotsfrist sei vermutlich lediglich ein "erster Termin" für die endgültige Entscheidung, hieß es bei EB, der Österreich-Tochter des insolventen französischen Haushaltsgeräte-Herstellers Moulinex-Brandt, weiter. Diese werde sich "wahrscheinlich bis Mitte Dezember hineinziehen". Vorerst wisse man in dem Tiroler Unternehmen aber "nur, dass es zahlreiche Bewerber gibt". Dazu sollen unter anderem der italienische Konzern Merloni, das US-Unternehmen Whirlpool, eine türkische Firma sowie eine italienische Bank zählen. Der Weiterbestand von Moulinex war indes gesichert. Der französische Haushaltsgerätehersteller SEB hatte sich vor mehr als zwei Wochen die Teilübernahme seines insolventen Konkurrenten gesichert.

Moulinex zahlungsunfähig

In der Schwazer Produktionsgesellschaft herrsche trotz der angespannten Lage "eine normale Stimmung". "Wir warten ab, was passiert", so die Unternehmenssprecherin. Anstatt der mehrwöchigen Kurzarbeit und einer einwöchigen Zwangspause arbeiten die 234 Arbeiter und Angestellten nun wieder 42 Wochenstunden. Dies soll auch im November so praktiziert werden. Elektra Bregenz produziert in erster Linie Herde und Kochmulden. Das unter Milliarden-Schulden leidende französisch-italienische Traditionsunternehmen Moulinex war Anfang September zahlungsunfähig geworden. Das Pariser Handelsgericht gab dem Konkurrenten SEB den Zuschlag für eine Teilübernahme von Moulinex-Brandt. Danach sollen von den weltweit etwa 8.800 Beschäftigen nur rund 3.600 übernommen werden.

Hauptaktionär von Moulinex-Brandt ist bisher die italienische El.Fi-Gruppe mit 74,3 Prozent der Anteile. Mit dem Aufkauf von Moulinex-Brandt geht die Ära des Traditionsunternehmens, das jahrzehntelang auf Alleingänge gesetzt hatte, zu Ende. Moulinex produziert seit den 30er Jahren kleine Haushaltsgeräte und erzielte bis in die 70er Jahre vor allem große Geschäftserfolge mit Püriermaschinen. Experten zufolge hatte das Unternehmen seine Produktpalette trotz wachsender weltweiter Konkurrenz nicht rechtzeitig verbessert. (APA)

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