Türkische Armee lehnt US-Angriffe auf den Irak entschieden ab

9. November 2001, 12:57
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Einsatz türkischer Soldaten bei US-Operation in Afghanistan weiter offen

Istanbul - Die türkische Armee hat die USA eindringlich davor gewarnt, nach Afghanistan auch Ziele im Irak anzugreifen. "Die Türkei wünscht so etwas nicht", sagte Generalstabschef Hüseyin Kivrikoglu am Freitag bei einem Besuch des türkischen Kurden-Gebietes, das an den Irak grenzt. Kivrikoglu, als Chef der politisch sehr einflussreichen türkischen Armee einer der mächtigsten Männer des Landes, sagte, die Türkei habe durch den Golf-Krieg vor zehn Jahren einen wirtschaftlichen Schaden von bis zu 40 Milliarden Dollar (611 Mrd. S/45 Milliarden Euro) erlitten. Schon deshalb sei die Türkei gegen einen erneuten Krieg im Irak. Derzeit sei eine US-Militäraktion gegen Bagdad aber auch unwahrscheinlich, sagte der Generalstabschef.

Die politische und militärische Führung der Türkei befürchtet, dass westliche Angriffe auf den Irak zu einer Destabilisierung der Region führen und die Bildung eines eigenen Kurden-Staates im Norden des Irak begünstigen könnten. Die Türkei hatte den USA nach den Anschlägen vom 11. September Unterstützung zugesagt; Ankara will 90 Elite-Soldaten nach Afghanistan schicken. Kivrikoglu sagte, noch sei kein türkischer Soldat losgeschickt worden. Es sei auch noch nicht klar, wann der Einsatz beginnen werde. In türkischen Medien wird über eine Entsendung der Soldaten in frühestens zwei Wochen spekuliert. (APA)

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