Pickerl-Überprüfung: KfV gegen Verlängerung auf drei Jahre

9. November 2001, 11:59
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Passend zu EU-Garantiebestimmungen auch Neuwagenüberprüfung nach zwei Jahren

Wien - Die jährliche Pickerl-Begutachtung für Neufahrzeuge soll nach einem Vorschlag der Bundesregierung wegfallen. Stattdessen soll die erste Überprüfung nach drei Jahren, die zweite zwei Jahre danach und erst in der Folge wieder jährlich erfolgen. Für das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) sind diese Zeitintervalle zu lange, hieß es am Freitag in einer Aussendung.

"Je häufiger kontrolliert wird, desto besser", erklärte Kurt Vavryn, Leiter der Abteilung Fahrausbildung und Fahrzeugtechnik des KfV. Aus Sicht der Verkehrssicherheit sei nur vertretbar, dass die Erstbegutachtung bei Neufahrzeugen spätestens nach zwei Jahren, dann wieder jährlich erfolgt. Der Aspekt des Umweltschutzes sei dabei aber noch nicht berücksichtigt.

Garantieverlängerung bei Neuwagen auf zwei Jahre

Die Garantiebestimmungen der EU, die ab 1. Jänner 2002 in Kraft treten, verlängern die Garantiezeit bei Neuwagen auf zwei Jahre. Bei einer Pickerl-Überprüfung könnten laut Vavaryn noch rechtzeitig vor Ablauf der Garantiezeit versteckte Mängel festgestellt werden. Die Reparatur etwaiger Mängel müsse dann nicht aus eigener Tasche bezahlt werden. Das KfV schlug eine freiwillige Erstbegutachtung - wie sie von der Kfz-Wirtschaft gratis angeboten wird - innerhalb eines Jahres vor und eine verpflichtende nach zwei Jahren. Danach solle wieder jährlich überprüft werden.

Die jährliche Pickerlüberprüfung habe sich aus Sicht der Verkehrssicherheit und des Umweltschutzes bewährt, hieß es. Technische Mängel und falsche Abgaswerte könnten rechtzeitig aufgezeigt werden. Bei einer höheren Jahreskilometerleistung ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein technischer Mangel auftreten kann größer. Es sei aber nicht administrierbar, die Erstbegutachtung von der Kilometerleistung abhängig zu machen.

Mit der 1973 eingeführten wiederkehrenden Begutachtung aus Gründen der Verkehrs- und Betriebssicherheit hat Österreich eine Vorreiterrolle übernommen. Vor allem auch im Zuge der Katalysatorpflicht und der jährlichen Überprüfung der Abgaswerte, konnte die ökologische Verkehrsbilanz verbessert werden. Eine Verlängerung der Pickerl-Intervalle würde einen gewaltigen Rückschritt für Umwelt und Verkehr bedeuten. (APA)

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