Unterrichtsausschuss behandelt Aufnahmeverfahren für AHS

9. November 2001, 11:45
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Weitere Themen: Klassenschülerhöchstzahlen und Umbenennung von "Leibesübungen"

Wien - Der Unterrichtsausschuss des Nationalrats befasst sich am Mittwoch (14. November) mit einigen heiklen Materien. Unter anderem stehen Debatten über die Einführung eines Prognoseverfahrens für den Übertritt von der Volksschule in die Hauptschule oder AHS-Unterstufe, die Senkung der Klassenschülerhöchstzahlen und die Einführung einer Bildungsevidenz auf dem Programm. Außerdem verlangt die SPÖ die Umbenennung des Fachs "Leibesübungen" in "Bewegung und Sport".

Für Diskussionen sorgte im Sommer vor allem der Vorschlag der Bildungssprecher der Regierungsparteien zur Einführung eines Aufnahmeverfahrens für den Besuch einer allgemeinbildenden höheren Schule (AHS). Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) sprach sich hingegen nur für freiwillige Prognoseverfahren aus - als Resultat fordern nun ÖVP-Bildungssprecher Werner Amon und sein FPÖ-Pendant Karl Schweitzer in einem Entschließungsantrag Gehrer zur Entwicklung eines derartigen Prognoseverfahrens auf, damit Eltern und Schülern neben dem Abschlusszeugnis sowie der Beratung durch Lehrer eine "weitere Entscheidungshilfe für die passende Schulform zur Verfügung steht".

Ebenfalls umstritten war im Oktober ein Entwurf zur Einführung einer zentralen Bildungsevidenz. Ziel des entsprechenden "Bundesgesetzes zur Dokumentation im Bildungswesen", das am 1. Jänner 2003 in Kraft treten soll, ist, "die rechtlichen Voraussetzungen für dezentrale und zentrale Register zu schaffen, welche als Grundlage für verwaltungsinterne Planung, Steuerung, Aufsicht und Statistik sowie registergestützte Zählungen betreffend den Bildungsstand der österreichischen Bevölkerung dienen".

Die Opposition kritisierte vor allem Probleme beim Datenschutz, worauf die Vorlage überarbeitet wurde. Durch die neue Fassung sollte die Rückverfolgung individueller Daten unmöglich gemacht werden. Unter anderem muss die Sozialversicherungsnummer nun so verschlüsselt sein, dass es zu keiner Rückführung kommen kann.

Weiters stehen ein Antrag der SPÖ für eine Qualitätsoffensive an Schulen und in der Erwachsenenbildung sowie die Behandlung von mehreren Petitionen und Bürgerinitiativen auf dem Programm des Ausschusses. Interessant dürften vor allem jene Initiativen sein, die sich mit der Senkung der Klassenschülerhöchstzahlen befassen - endet doch am Tag davor das Bildungsvolksbegehren, das unter anderem die Herabsetzung der Klassenschülerhöchstzahl von 30 auf 25 fordert. (APA)

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