Wie sag ich´s meinen Mitarbeitern?

9. November 2001, 12:36
posten

Kommunikation in der Krise - Offenheit, Ehrlichkeit und Wertschätzung dürfen nicht unter den Tisch fallen

Stehen in einem Unternehmen Veränderungen an, rufen Geschäftsführer, Eigentümer oder Abteilungsleiter ihre Mitarbeiter zu Versammlungen zusammen. Bei den verantwortlichen Führungskräften lösen Mitarbeiter- Abteilungs- oder Teamversammlungen immer wieder ähnliche Fragen aus:
  • Wie bereite ich mich am besten vor?
  • Mit welchen Worten bringe ich die Botschaft rüber?
  • Wie werden die Mitarbeiter reagieren?

Bevor Sie Ihre Belegschaft zusammenrufen, sollten Sie sich deshalb ganz klar vor Augen führen:

Ohne die Bereitschaft zu größtmöglicher Offenheit, Ehrlichkeit und Wertschätzung Ihrer Mitarbeiter sollten Sie auf den Einsatz dieses Komunikationsinstrumentes verzichten. Aug in Aug den Arbeitnehmern gegenüberstehen und ihnen aus Furcht vor Disharmonie oder Demotivation das Blaue vom Himmel zu versprechen, während sie doch genau über die aufziehenden Wolken Bescheid wissen, ist erstens feige, zweitens unfair und drittens ein eklatanter Führungsfehler. Es kann Sie das Vertrauen Ihrer Mitarbeiter, den Respekt Ihrer nachgeordneten Manager und letztlich sogar Ihren Job kosten.

Kommunikartion in der Krise

Krisen sich höchst emotionsgeladen, da oft um den Weiterbestand der wirtschaftlichen Existenz gebangt wird.

  1. Mitarbeiterversammlungen sollten deshalb so früh wie möglich einberufen werden, bevor die ersten Gerüchte brodeln und die Belegschaft in Angst und Schrecken versetzen. Denn Furcht lähmt und kann das gesamte Unternehmen paralysieren. Außerdem lösen Krisen negative Gefühle aus, die das Betriebsklima auch dann, wenn das Unwetter vorübergezogen ist, noch negativ beeinflussen können.

  2. Bestimmte Themen werden auf Skepsis und Widerstand stoßen und bedürfen einiger Zeit, um sie zu verdauen. Versetzen Sie sich in die Rolle Ihrer Mitarbeiter. Wie würden Sie reagieren?

  3. Vermeiden Sie den unmittelbaren Konfrontationskurs mit herabsetzenden Bemerkungen, Spott und Ironie. Wer seine MItarbeiter vor den anderen als dumm, widerspenstig oder leistungsschwach hinstellt, darf sich nicht wundern, wenn sie innerlich abschalten und jede Selbstverantwortung ablehnen.

  4. Informieren Sie Ihre Mitarbeiter noch bevor sie die Medien informieren. Ein Aushang am Schwarzen Brett oder eine Veröffentlichung im firmeneigenen Netzwerk eignet sich dafür besser als eine lange geplante Versammlung.

  5. Nach der ersten schriftlichen Information müssen Sie dann in der Versammlung zusehen, dass Sie die Mannschaft für sich gewinnen: Der Konferenzraum ist Ihre Bühne, auf der Sie Ihre Premiere haben und Sie Ihr Publikum für sich beistern müssen - und zwar mit dem ersten Auftritt.

  6. Sagen Sie mit klaren, eindeutigen und keine Zweifel weckenden Worten, was Sache ist. Lassen Sie Ihre Mitarbeiter dann wissen, was Sie und Ihre Führungskollegen sich überlegt haben, was zu tun ist, und dass es auch getan werden wird. Geben Sie der Belgeschaft Gelegenheit nachzufragen und antworten Sie auch darauf. Bleiben Sie ruhig und strahlen Sie - Krise hin oder her - Selbstsicherheit und Sympathie aus. Wenn Sie wirklich einmal keine Antwort wissen, dann leiten Sie die Frage an einen fachkundigen Kollegen weiter oder liefern die Antwort ein paar Tage später nach. Persönliche Angriffe und Beschimpfungen dürfen Sie sich jedoch nicht gefallen lassen. (red)
Ihre Mitarbeiter sind Ihr wichtigstes Kapital in Krisen. Sie stehen und Fallen mit dem Unternehmen und sind als Mitglieder der "Unternehmensfamilie" an vorderster Stelle mit betroffen.

Buchtipp

Christine Demmer: Wie sag ich´s meinen Mitarbeitern? Belegschaft und Team optimal informieren. Anlässe von A bis Z.
Verlag Moderne Industrie
Preis: öS 576,-

Share if you care.