Österreich: Mehrheit für "finanzielles Austrocknen" von Terroristen

9. November 2001, 11:01
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Nur 14 Prozent für "größere Militärschläge"

Linz - Die Mehrheit der Österreicherinnen und Österreicher ist dafür, dass man im Kampf gegen den internationalen Terrorismus vor allem auf das "finanzielle Austrocknen" der Geldquellen setzen sollte. Nur eine Minderheit ist für "größere Militärschläge". Dies geht aus einer Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstituts Spectra hervor, deren Ergebnisse am Freitag veröffentlicht wurden.

Spectra befragte im Oktober des heurigen Jahres einen repräsentativen Querschnitt von 1.000 Österreicherinnen und Österreichern über 15 Jahre. Unter anderem wurde die Frage gestellt: "Mit welchen Maßnahmen sollte man dem Terror entgegenwirken ?" Es wurden zehn Antworten vorgegeben, Mehrfachnennungen waren möglich.

52 Prozent erklärten, der Terror wäre am besten dadurch zu bekämpfen, dass man die entsprechenden Gruppen finanziell "austrocknet", vor allem durch das Einfrieren von Bankkonten und durch schärfere Kontrollen, um Geldwäsche und Börsenmanipulationen zu unterbinden.

Wirtschaftliche Druckmittel

35 Prozent meinten auch, man sollte "wirtschaftliche Druckmittel gegen islamische Länder anwenden, die Terroristen beherbergen und unterstützen". Jeweils 34 Prozent vertraten die Auffassung, es sollten "kleinere Militärschläge" erfolgen, "um die Ausbildungslager der Terroristen zu zerstören" und es sollten "Spezialagenten in verdächtige islamische Länder" eingeschleust werde, die dort verdeckte Ermittlungen durchführen, um "an das Netzwerk der Terroristen heranzukommen".

Rund 30 Prozent traten für "politische Druckmittel gegen islamische Länder" ein, die Terroristen unterstützen, sowie für eine "Stärkung der Demokratie in den islamischen Ländern" und für Hilfen zum Aufbau des "wirtschaftlichen Wohlstandes" in diesen Staaten, "weil Terroristen in Wohlstandsländern praktisch keinen Nährboden finden".

Die Verstärkung "diplomatischer Aktivitäten in verdächtigen islamischen Ländern" halten nach dieser Umfrage 28 Prozent für sinnvoll im Kampf gegen Terroristen. Die vergleichsweise wenigsten Fürsprecher - mit 14 Prozent Nennungen - fanden "größere Militärschläge gegen islamische Länder, die Terroristen beherbergen und unterstützen". (APA)

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