Weißrussische Polizei sprengt Kundgebung an Mahnmal für Stalin-Opfer

9. November 2001, 10:50
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Gedenkstätte soll Umfahrungsstraße weichen

Minsk - Die Polizei in Weißrussland hat eine Kundgebung von Oppositionellen an einem Mahnmal für Opfer des Terrors unter Stalin bei Minsk mit Tränengas aufgelöst. Die etwa 30 Anhänger der Weißrussischen Volksfront wollten verhindern, dass die Kreuze auf dem Massengrab Kuropaty dem Ausbau der Umfahrungsstraße um Minsk zum Opfer fallen, meldete die Agentur Interfax. Nach Angaben der Volksfront nahm die Polizei zehn Demonstranten vorläufig fest.

In dem Wäldchen Kuropaty am Rand der weißrussischen Hauptstadt waren in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhundert nach unterschiedlichen Schätzungen zwischen 30.000 und 150.000 Opfer des damaligen sowjetischen Geheimdienstes NKWD verscharrt worden. An der Enthüllung der damaligen Vorgänge entzündete sich 1988 die Nationalbewegung der Weißrussen. 1989 wurde eine Gedenkstätte eingerichtet. Der autoritär herrschende weißrussischen Präsident Alexander Lukaschenko gilt als Anhänger der früheren Sowjetunion. (APA/dpa)

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