Nord- und Südkorea nehmen Friedensgespräche wieder auf

9. November 2001, 15:39
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Pjöngjang wirft Seoul Erhöhung der Spannungen vor

Seoul - Die beiden koreanischen Staaten haben ihre Friedensverhandlungen wieder aufgenommen. Bei den Gesprächen am Berg Kumgang nördlich der Grenze zwischen Nord- und Südkorea warf der nordkoreanische Delegationsleiter Kim Ryong Song am Freitag Südkorea vor, durch einen gegen den Norden zielenden Sicherheitsalarm nach den Anschlägen in den USA vom 11. September die Spannungen erhöht zu haben.

Der südkoreanische Vereinigungsminister und Delgationsleiter Hong Soon Young forderte das kommunistisch regierte Nordkorea auf, sich dem internationalen Kampf gegen den Terrorismus anzuschließen und so aus seiner Isolation herauszukommen. Zugleich würdigte er Pjöngjangs unlängst erfolgten Beitritt zu zwei internationalen Abkommen gegen den Terrorismus. Nordkorea hat die Anschläge in den USA verurteilt, lehnt den von den USA in Afghanistan geführten Krieg jedoch ab.

Die Gespräche sollen bis Montag dauern. Im September hatten sich beide Staaten nach sechsmonatiger Funkstille auf eine Fortsetzung des Versöhnungskurses geeinigt. Mit Verweis auf die "gespannten Atmosphäre" im Süden nach den Anschlägen in den USA hatte Nordkorea bereits vereinbarte Familienbesuche Mitte Oktober wieder abgesagt. Beide Staaten befinden sich seit Ende des Koreakrieges im Jahr 1953 formal im Kriegszustand. (APA)

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