Israels Verteidigungsminister: Palästinenser unzufrieden mit Arafat

8. November 2001, 22:43
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Autonomiebehörde tut nichts gegen Terrorismus

Jerusalem - Der israelische Verteidigungsminister Benjamin Ben-Eliezer hat der palästinensischen Autonomiebehörde erneut vorgeworfen, nichts gegen den Terrorismus zu tun. Zugleich erklärte er am Donnerstag, ranghohe Vertreter der Palästinenser seien zunehmend unzufrieden mit der Politik ihres Präsidenten Yasser Arafat. Eine Mehrheit sei der Meinung, Arafat führe das palästinensische Volk in eine Tragödie, sagte Ben-Eliezer dem israelischen Radio.

Von palästinensischer Seite wurde dies zurückgewiesen. "Ziel der israelischen Kampagne gegen Präsident Arafat ist es, den Blick abzulenken von den täglichen Verbrechen, die die israelische Armee gegen unser Volk verübt", sagte der Generalsekretär des palästinensichen Kabinetts, Ahmed Abdel Rahman.

Raanan Gissin, ein enger Berater des israelischen Ministerpräsidenten Ariel Sharon, sagte, Israel sei über die Friedensinitiative der EU für den Nahen Osten nicht informiert. Eine solche sei nach Angaben des palästinensischen Kabinettsministers Nabil Shaath an die USA übermittelt worden. Schaath, der sich zu Gesprächen in Washington aufhält, sagte, im ersten Teil des Plans gehe es um die Schaffung eines palästinensischen Staates, die Beendigung der israelischen Besetzung des Westjordanlandes und des Gazastreifens sowie um eine Lösung für die palästinensischen Flüchtlinge.

Der zweite Teil befasse sich mit dem Ende der Gewalt durch die Umsetzung bestehender Vereinbarungen. Der Plan enthalte auch die Entsendung internationaler Beobachter zur Überwachung des Waffenstillstands. Er erwarte eine intensive Erörterung des Plans während der bevorstehenden Sitzung der UN-Vollversammlung, sagte Schaath. (APA/AP)

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