Jugendrichter kritisieren Böhmdorfer

8. November 2001, 21:38
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Verhindere Besetzung zweier offener Richterstellen

Wien - Die Richter des Jugendgerichtshofs Wien kritisieren Justizminister Dieter Böhmdorfer, weil dieser die Besetzung zweier offener Richterstellen verhindere. Durch die Einbeziehung der 19- bis 21-Jährigen in die Zuständigkeit der Jugendgerichtsbarkeit sei der Arbeitsanfall beim Jugendgerichtshof Wien um 67 Prozent gestiegen. Böhmdorfer verweigere trotz zahlreicher Bewerbungen die Ernennung, weil für ihn nur Richter des Wiener Straflandesgerichts infrage kommen.

Die Situation am Jugendgerichtshof sei dramatisch, berichtet Präsident Udo Jesionek. Bei der Staatsanwaltschaft lägen schon 2000 unerledigte Akten, bei den Richtern mussten bisher 1000 aufgeschoben werden.

Böhmdorfer weist die Schuld wiederum Jesionek zu, der seine Führungsaufgabe nicht wahrgenommen habe. Der Präsident des Jugendgerichtshofs verstehe es nicht, "von den mehr als 70 Richtern des Landesgerichts für Strafsachen Wien zwei für eine Tätigkeit an dem von ihm geleiteten Gerichtshof zu interessieren". (red, DER STANDARD Print-Ausgabe 9.November 2001)

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