Teurer Elysee-Palast: Kosten für Chiracs Amtssitz verfünffacht

8. November 2001, 21:15
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Sozialistische Abgeordnete wollen konservativem Staatschef das Budget kürzen

Paris - Seit dem Amtsantritt des französischen Präsidenten Jacques Chirac vor sechs Jahren haben sich die Kosten für den Pariser Elysee-Palast um das Vierfache erhöht. Wie die Pariser Zeitung "Le Monde" in ihrer Freitagausgabe berichtet, will eine Gruppe sozialistischer Abgeordneter das Budget für den Amtssitz des Präsidenten nun kürzen. Die Ausgaben waren von 19,4 Mill. Franc (2,96 Mill. Euro/40,7 Mill. S) am Ende der Amtszeit des Chirac-Vorgängers Francois Mitterand auf mittlerweile 100,2 Mill. Franc gestiegen.

Die sechs Abgeordneten, angeführt von Chirac-Gegner Arnaud Montebourg, bezeichnen den Anstieg als "auf wundersame Weise exponentiell" und wollen dem konservativen Staatsoberhaupt für das kommende Jahr das Geld wieder auf 19,8 Mill. Franc kürzen. So viel hatte das französische Parlament beim Amtsantritt Chiracs im Jahr 1995 bewilligt.

Der Elysee-Palast erklärte, das Budget sei neu organisiert worden und mittlerweile viel transparenter. Früher seien die Angestellten unter zum Teil zweifelhaften Bedingungen von staatlichen Firmen bezahlt worden, was heute nicht mehr der Fall sei. Wegen der noblen Atmosphäre wird der Elysee-Palast in der Rue du Faubourg-Saint-Honore von den Parisern auch "das Schloss" genannt. Die Personalkosten für die mehreren hundert Bediensteten machen den Löwenanteil im Budget aus. (APA/AFP)

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