Tabuthema: Sexueller Missbrauch geistig Behinderter

8. November 2001, 21:02
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Nach Expertenansicht werden sie häufiger Opfer als nicht Behinderte

Rostock - Geistig Behinderte werden nach Expertenansicht häufiger als ihre nicht behinderten Mitmenschen Opfer sexueller Gewalt. Gerade für Hilfsbedürftige in Wohnheimen gebe es spezielle Risiken, hieß es am Donnerstag auf einem Symposium zur Sexualität bei Menschen mit geistiger Behinderung in Warnemünde. "Solchen Gefahren wollen wir mit Hilfe eines Modellprojekts begegnen", sagte Prof. Jörg Michael Fegert von der Rostocker Universität am Donnerstag zum Auftakt der zweitägigen Beratung.

Zusammen mit der Uni Berlin werde an Handlungshilfen gearbeitet, um die sexuelle Selbstbestimmung der Behinderten zu stärken. Der erste Schritt dazu sei die Entwicklung hin zu einem insgesamt selbst bestimmten Leben: Das beginne bei der Unterbringung der Menschen in Einzelzimmern. In Dänemark sei dies längst Standard. Der damit gewährleistete bessere Schutz der Privatsphäre mindere die Gefahr, Gewalt erleiden zu müssen. Gleiches gelte für Kurse zur Selbstbehauptung bei den Behinderten, mit denen sich das Selbstwertgefühl dieser Menschen und ihr Vertrauen in die eigene Persönlichkeit erheblich steigern ließen. (APA/dpa)

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