135.000 Afghanen seit Terroranschlägen nach Pakistan geflohen

8. November 2001, 19:27
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1.500 bewaffnete Pakistani überqueren afghanische Grenze

Islamabad/Peshawar - Seit den Terroranschlägen in den USA am 11. September sind rund 135.000 Menschen aus Afghanistan über unbewachte Gebirgspfade nach Pakistan geflüchtet. Das teilte am Donnerstag in Islamabad UNO-Sprecher Hamid Abdeljaber mit. Offiziell sind die pakistanischen Grenzen für Flüchtlinge aus Afghanistan geschlossen.

Leslie David vom UNO-Welternährungsprogramm (WFP) sagte, die Organisation wolle monatlich 52.000 Tonnen Nahrungsmittel in Afghanistan verteilen. In den ersten sechs Tagen des November seien 15.000 Tonnen unter die hungernden Menschen gebracht worden. Die Hilfeaktionen werden durch schlechtes Wetter und Unsicherheit innerhalb Afghanistans behindert.

Pakistani überschreiten die Grenze

Über 1.500 bewaffnete Pakistani schlossen sich unterdessen den afghanischen Taliban an, um gegen die USA in den "Heiligen Krieg" zu ziehen. Ungeachtet der Grenzsperre nach Afghanistan gelang es den Männern nach Angaben pakistanischer Behörden zudem, bei zwei Übergängen bei Peshawar und im Nordwesten des Landes 25 mit Nachschub beladene Lastwagen in das Nachbarland zu bringen.

Der Führer der extremistischen Gruppe Tehreek Nifaz-Sharia Mohammadi (Bewegung für die Durchsetzung der islamischen Sharia-Gesetze), Maulana Mohammad Alam, teilte mit, dass sich mehrere tausend weitere Pakistani darauf vorbereiteten, dem Kampfaufruf der Taliban zu folgen. Das pakistanische Außenministerium hatte am Dienstag entsprechende Behauptungen dementiert und erneut bekräftigt, dass Pakistan keine Taliban-Sympathisanten nach Afghanistan ausreisen lasse. (APA/dpa)

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