Wegen Blockade der Sterbehilfe will Oregon US-Regierung verklagen

8. November 2001, 19:04
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Einziger amerikanischer Bundesstaat der nach Volksentscheid "Hilfe" erlaubte

Washington - Oregon hat die US-Regierung nach Medienberichten vom Donnerstag wegen Blockade der Sterbehilfe in dem nordwestlichen Bundesstaat verklagt. Justizminister John Ashcroft hatte Anfang der Woche die zuständige Bundesbehörde zur Drogenbekämpfung angewiesen, Ärzte in Oregon, die Kranken durch Verschreiben von Medikamenten beim Freitod helfen, ausfindig zu machen und zu bestrafen. Nach Einschätzung von Beobachtern wird damit der Sterbehilfe praktisch ein Riegel vorgeschoben.

In der Klage heißt es, Ashcroft habe seine Kompetenzen überschritten, indem er in medizinische Praktiken des Staates eingegriffen habe. Oregon ist der einzige US-Staat, der Sterbehilfe erlaubt. Das entsprechende Gesetz ist seit 1997 in Kraft und basiert auf einem Volksentscheid. Danach kann ein unheilbar kranker Patient tödliche Medikamente einnehmen, wenn zwei Ärzte bescheinigt haben, dass er nur noch sechs Monate zu leben hat und geistig in der Lage ist, die Entscheidung zu fällen.

Nach den Erkenntnissen der staatlichen Gesundheitsbehörde haben sich rund 70 Menschen seit 1997 mit Hilfe ärztlich verschriebener Medikamente das Leben genommen. Ashcrofts Anweisung sieht zwar keine juristische Strafverfolgung der betreffenden Ärzte vor, aber dafür einen Entzug ihrer Arbeitslizenz. (APA/dpa)

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