Händlersterben geht weiter

8. November 2001, 19:09
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Regioplan: Ein Drittel mit Verlusten - Fünf Prozent der Standorte vor Schließung

Wien - Ein recht dramatisches Bild von der Zukunft des heimischen Einzelhandels zeichnete am Donnerstag Wolfgang Richter, Chef des Beratungsunternehmens Regioplan beim "1. österreichischen Handelssymposion": "Ein Drittel aller Handelsstandorte - inklusive der Filialisten - sind unrentabel, sie erwirtschaften nicht einmal den Unternehmerlohn", so der langjährige Handelsconsulter und gelernte Raumplaner in seinem Vortrag.

Er erwartet, dass pro Jahr fünf Prozent der Stadtorte schließen. "Das hört sich nicht dramatisch an, ist es aber, wenn man sich die absoluten Zahlen vor Augen führt."

Entwicklung bei Flächen konträr

Konträr verlaufe hingegen die Entwicklung der Flächen: "Plus zwei Prozent jährlich - noch immer ziemlich steil." Dazu kommt: Selbst von den 700 frequenzstärksten Einkaufslagen gewinnen nur 20 Prozent Umsätze dazu, der Rest stagniere oder verliere, so Richter. Kurzfristig sei aufgrund der geringeren Konsumneigung ein genereller Rückgang zu erwarten. Daher verfielen auch die Umsätze pro Quadratmeter.

Derzeit suchten laut Richter rund 400 filialisierte Unternehmen Standorte in Österreich.

Vor allem im Textilhandel stehe noch Dramatisches bevor, obwohl H&M, Zara, Mango und Konsorten ohnehin schon die althergebrachte Struktur extrem verändert hätten. (szem, DER STANDARD, Printausgabe 9.11.2001)

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